Wirtschaft : Jüdischer Weltkongreß erwägt Banken-Boykott

NEW YORK (rtr).Ein Boykottaufruf des jüdischen Weltkongresses (WJC) gegen Paribas und Société Générale wäre nach Angaben der französischen Banken kontraproduktiv.Die Banken teilten am Freitag in New York gemeinsam mit, sie hätten bei den Problemen im Zusammenhang mit den Holocaust-Klagen erhebliche Fortschritte erzielt.Zuvor hatte WJC-Direktor Elan Steinberg in New York erklärt, die WJC-Führung werde Ende März auf ihrer Sitzung entscheiden, ob sie gegen die Fusion der Banken Maßnahmen wie einen Boykott empfehlen werde, weil diese bei den Verhandlungen über die Entschädigung von Holocaust-Opfern nicht kooperativ seien.Die beiden Banken hatten Anfang Februar ihr Fusionsvorhaben angekündigt.Durch die Fusion würde die größte französische Bank entstehen.Sowohl Paribas wie auch Société Général sind in New York mit Filialen vertreten.

Steinberg hatte allerdings betont, daß es noch keine Entscheidung über ein Boykottaufruf gegen die Banken gibt.Er sagte: "Ich will klar machen, ich habe nicht gesagt, daß wir etwas (gegen die Banken) tun wollen.Eine Entscheidung darüber steht lediglich auf der Tagesordnung".Der europäische WJC-Generalsekretär, Serge Cwajgenbaum, hatte zuvor Kritik an den französischen Banken geübt.Der WJC sei keineswegs zufrieden, die Banken müßten besser kooperieren und mehr Transparenz ermöglichen, hatte er gesagt.Sowohl der WJC als auch die französische Regierungskommission, die sogenannte "Matteoli Commission", benötigten immer noch viele Informationen von den Banken.Bei der Untersuchung geht es um den Verbleib der Konten von rund 300 000 Juden, die während der Besetzung Frankreichs durch Deutschland während des zweiten Weltkriegs auf Anweisung der nationalsozialistischen Besatzer oder der Kollaborations-Regierung in Vichy beschlagnahmt worden waren.

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