Wirtschaft : Jürgen Fitschen

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Eigentlich könnte man Jürgen Fitschen als Aufsteiger des Jahres einstufen: Seit April ist er Präsident des Bankenverbandes. Und im Oktober hat der Aufsichtsrat der Deutschen Bank den Vertrag des 65-Jährigen um zwei Jahre bis Mai 2017 verlängert. Damit ist Fitschen Anshu Jain, seinem 15 Jahre jüngeren Co-Chef, gleichgestellt. Ob es für Fitschen die reine Freude ist, darf man bezweifeln nach mittlerweile rund 27 Jahren, die er für das Geldhaus arbeitet. Er will den versprochenen Kulturwandel umsetzen. Die Kraft für zwei Spitzenjobs hat er; Fitschen ist topfit, sein Alter sieht man ihm nicht an. Die Bank schiebt ihn nach vorn, weil er bescheiden ist, beharrlich und eher zurückhaltend. Dennoch gehörte Fitschen 2013 auch zu den Absteigern. Fast wöchentlich sieht sich die Bank Vorwürfen und Skandalen ausgesetzt: Zinsmanipulationen verbunden mit einer Strafe von 725 Millionen Euro, mögliche Manipulationen im Devisengeschäft, Verfahren in den USA, Ermittlungen gegen Fitschen wegen möglicher Falschaussagen im Kirch-Prozess. Gut vier Milliarden Euro hat die Bank für Rechtsrisiken zurückgelegt. Der Banker beklagt sich über zu viel Regulierung. Das kommt nicht gut an. Schon gar nicht bei Finanzminister Wolfgang Schäuble. Fitschen bekommt alles ab, weil Jain seit Monaten abgetaucht ist oder bewusst von öffentlichen Auftritten in Deutschland abgehalten wird. ro

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