Wirtschaft : Jürgen Schrempp redet den Kurs der Unternehmensaktie hoch

Der Vorstandsvorsitzende der DaimlerChrysler AG, Jürgen Schrempp, hat die bisherigen Umsatzprognosen seines Unternehmens nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins "Capital" als "zu konservativ" eingestuft. "Wir sind bestens aufgestellt. Die vier bis fünf Prozent Umsatzwachstum pro Jahr, die wir bis 2001 planten, betrachten wir heute als entschieden zu konservativ", sagte der Vorstandsvorsitzende des Automobilkonzerns in einem Interview des Magazins.

Das Betriebsergebnis nach US-Rechnungslegung (Operating Profit) und der Umsatz sollten künftig parallel zueinander wachsen. "Mit zehn Prozent Wachstum pro Jahr setzen wir derzeit den Maßstab", sagte Schrempp. Nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen des Konzerns Ende Juli war der Aktienkurs stark gefallen. Zu dem Kurseinbruch sagte Schrempp, man sollte nicht jedes Quartalsergebnis zum Maß aller Dinge machen. Gemessen an den Fundamentaldaten des Konzerns wie Ergebnis, Wachstum und den strategischen Möglichkeiten müßte der Kurs eigentlich höher liegen. DaimlerChrysler schlage sich deutlich besser als die Konkurrenz. Zu einem möglichen Aktienrückkauf von DaimlerChrysler verwies Schrempp darauf, dass im kommenden Jahr die Sperrfrist der US-Börsenaufsicht SEC für solche Programme bei dem vor knapp einem Jahr aus dem Zusammenschluss von Daimler-Benz und Chrysler hervorgegangenen Unternehmen auslaufe. Der DaimlerChrysler-Chef sagte: "Die Aktionäre erwarten, dass wir ihr Geld profitabel investieren. Wenn darüber hinaus überschüssige Liquidität vorhanden ist, wollen sie ihr Geld zurück. Das ist legitim." "Capital" berichtete ergänzend, nach internen Berechnungen von DaimlerChrysler würden die liquiden Mittel des Unternehmens bis zum Jahr 2001 von heute 20 auf dann 30 Mrd. Euro (39,1 auf 58,6 Mrd. DM) steigen.

Für 1999 erwartet das Unternehmen nach früheren Angaben einen Anstieg des Umsatzes um gut 6,2 Prozent auf deutlich über 140 (Vorjahr 131,78) Mrd. Euro. Bei der Hauptversammlung im Mai hatte Schrempp die Umsatzprognose von vier auf sechs Prozent angehoben. In den kommenden zehn Jahren will der deutsch-amerikanische Konzern seinen Umsatz nahezu verdoppeln. Für die Übernahme eines Nutzfahrzeug-Herstellers in Asien sieht Schrempp derzeit keine Möglichkeit.

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