Wirtschaft : Jugend trainiert für die Gründung

Roland Koch

Die meisten Ideen, mit denen die jungen Menschen zu Enterprise kommen, sind Dienstleistungen. Da geht es um eine Firma für Webdesign, um eine Tierpension oder einen Hausmeisterservice. „Das sind mehr oder weniger originelle Ideen“, sagt Norbert Kunz, der geschäftsführende Vorstand des Vereins. „Doch es kommt immer auch darauf an, wer dahinter steckt.“ Selbst wenn die Idee nicht unbedingt neu sei, könne ein erfolgreiches Unternehmen daraus werden. Den Gründungsprozess dahin zu begleiten, ist die Aufgabe von Enterprise e.V. Das Modellprojekt startete 1999 in Berlin und Brandenburg und versucht, Jugendlichen beim Start in die Selbstständigkeit zu helfen.

Das Beratungs- und Coaching-Angebot richtet sich speziell an arbeitslose Jugendliche zwischen 18 und 27 Jahren. „Wir stellen bei unserer Beratung häufig fest, dass diese jungen Leute Probleme an der ,zweiten Schwelle’ hatten“, sagt Kunz. An diesem Übergang von einer Aus- oder Fortbildung in den Job scheiterten viele. Durch Enterprise erhalten sie die Chance, aus einer Geschäftsidee ein eigenes Unternehmen aufzubauen und die bereits erworbenen fachlichen und sozialen Kompetenzen im Berufsalltag anzuwenden. Wer sich selbstständig mache, habe eine ganz andere Motivation „am Ball zu bleiben“, als jemand, der in einer geförderten Maßnahme lande.

Doch bei weitem nicht jede Idee taugt für eine Gründung. Rund der Hälfte der Bewerber müssen die Enterprise-Experten abraten. Wer das „Profiling“ allerdings besteht, bekommt einen „Gründerpass“, der individuelle Lernziele vorgibt. Um deren Erfüllung muss sich der künftige Gründer aktiv und selbstständig kümmern. Durch Enterprise wird er dabei betreut. Mittlerweile gibt es zehn Enterprise-Stationen in den neuen Bundesländern, rund 700 Unternehmen wurden nach der Beratung gegründet. Die Erfolgsquote der gegründeten Unternehmen liegt nach drei Jahren bei 70 Prozent.

Weitere Infos unter Telefon: 611 34 29 oder im Internet: www.enterprise-netz.de.

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