• Junge Unternehmer sehen das Konjunkturtief überwunden, erwarten sich aber wenig vom Bündnis für Arbeit - eine Umfrage des Verbandes

Wirtschaft : Junge Unternehmer sehen das Konjunkturtief überwunden, erwarten sich aber wenig vom Bündnis für Arbeit - eine Umfrage des Verbandes

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Auch wenn die Zahlen des Vorjahres nicht erreicht würden, ist nach Einschätzung des Bundesverbandes Junger Unternehmer (BJU) das Konjunkturtief in Deutschland überwunden. Außerdem würden Unternehmen wieder verstärkt investieren. Gut 37 Prozent der BJU-Mitglieder planten im Herbst Investitionen, rund fünf Prozent mehr als vor einem halben Jahr. Vom Bündnis für Arbeit erwarteten hingegen zwei Drittel der Unternehmen keinen positiven Beitrag zur Arbeitsbeschaffung. Dies sind Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage, die der BJU alle sechs Monate unter seinen 2 500 meist mittelständischen Mitgliedsunternehmen durchführt. 425 Betriebe haben sich laut BJU diesmal beteiligt.

"Investitionen werden wieder verstärkt dafür genutzt, Kapazitäten auszubauen, und nicht, um zu rationalisieren", sagte BJU-Geschäftsführer Michael Kauch am Dienstag in Berlin. Die Ausweitung von Produktionsmöglichkeiten nannten laut BJU fast 42 Prozent der Befragten als Grund für ihr finanzielles Engagement, im Frühjahr gab dies rund ein Drittel an.

"Auch die Beschäftigtenzahlen zeigen, daß es wieder bergauf geht", sagte Geschäftsführer Kauch. Knapp 38 Prozent der befragten Betriebe - sieben mehr als vorher - planten, neue Mitarbeiter einzustellen. Positiv gestimmt seien die BJU-Mitglieder auch über ihre Geschäftszahlen: Im Vergleich zum Frühling (26 Prozent) erwarte nun ein Drittel der Unternehmen steigende Gewinne.

Schlechte Noten gab der BJU der Bundesregierung: "SPD und Grüne haben durch unausgegorene Konzepte in den ersten Regierungsmonaten den Kredit bei der neuen Mitte verspielt", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende des Verbandes, Christoph Zschocke. Er forderte einen sparsamen Bundeshaushalt, eine durchgreifende Rentenreform und eine mutigere Steuerpolitik der Regierung: "Die jetzige Steuerreform ist vor allem eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Steuerberater. Kleine und mittlere Unternehmen sind mit ihren Auswirkungen völlig überfordert." Insbesondere kritisierte der stellvertretende BJU-Vorsitzende die Reform der Unternehmenssteuer und deren Entlastungsvolumen, das laut Zschocke verdoppelt werden könne.

Das Bündnis für Arbeit bewertete der BJU ebenfalls negativ. 64 Prozent der Verbandsmitglieder erwarteten sich davon keinen positiven Beitrag zur Arbeitsbeschaffung in Deutschland. Zschocke vermisse zudem vor allem junge Unternehmer der Informations- und Kommunikationsbranche, der Biotechnologie oder Umwelttechnik in den Gesprächsrunden.

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