Jungunternehmer : Berlins Start-ups sind optimistisch

Die deutsche Hauptstadt verdrängt London als Spitzenreiter bei Start-ups. Pläne der Telekom trüben aber Stimmung.

Daniel Mosler
Der Berliner Versandhändler Zalando gilt als einer der erfolgreichsten deutschen Start-ups.
Der Berliner Versandhändler Zalando gilt als einer der erfolgreichsten deutschen Start-ups.Foto: dpa

Die deutsche Hauptstadt ist der optimale Nährboden für Start-up-Unternehmen und innovative Geschäftsmodelle, das bescheinigte der Bundesverband Deutscher Start-ups der Stadt in einer Studie. Erstmals konnte sogar Platzhirsch London, als Spitzenreiter bei Investitionen in Jungunternehmen, auf den zweiten Platz verwiesen werden.

Hoffnung auf neue Arbeitsplätze

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), plant jedoch schon weiter: „Ich möchte Berlin zu einem High-Tech Standort und weltweiten digitalen Hauptstadt machen“, erklärte er am Freitag auf einer Veranstaltung des Verbandes. Die jetzt veröffentlichten Zahlen bestätigen: Berlin befindet sich auf einem guten Weg. Entsprechend positiv ist auch die Stimmung in der Berliner Gründerszene. Für Müller sind die Jungunternehmen vor allem eine Garantie für neue Arbeitsplätze: „Bereits jetzt beschäftigen die Berliner Start-ups etwa 60 000 Menschen.“ Nach Schätzungen von Branchenexperten könnte diese Zahl in den nächsten Jahren um rund 100 000 steigen. Insbesondere die Gesundheitsbranche sei auf mehr Innovationen angewiesen. Müller forderte eine stärkere Vernetzung mit klassischen Unternehmen, damit die Wachstumsimpulse auch anderen Branchen zu Gute kommen kann. Trotz der Bedeutung großer Konzerne sieht er die Zukunft Berlins in der Ansiedlung kleiner, innovativer Unternehmen, „die die Stadt auf einem dynamischen Markt auf Augenhöhe halten können“.

Telekom-Pläne gefährden weiteres Wachstum

Start-up-Verbandschef Florian Nöll stimmt Müller zu, übte aber Kritik an der Deutschen Telekom: Diese würde mit ihren kürzlich bekannt gewordenen Plänen, Unternehmen mit hoher Internetnutzung mit Gebühren zur Kasse zu bitten, „Schutzgeld“ fordern. Große Konzerne könnten sich so einen besseren Zugang zu ihren Kunden erkaufen. Nöll warf Telekom-Chef Timotheus Höttges vor, „großen Unternehmen die linke Spur frei zu halten, während kleine Unternehmen auf der Landstraße fahren müssten“.

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