Wirtschaft : Juweliere erkennen Silberstreif am Horizont

Anhaltende Nachfragekrise MÜNCHEN (tmh).Angesichts der seit Jahren anhaltenden Nachfragekrise kann die deutsche Uhren- und Schmuckbranche kaum einen Silberstreif am Horizont erkennen.Diese Einschätzung der Lage lieferte der Mitbegründer der Branchenschau "Inhorgenta", Werner Fischer, im Vorfeld der Fachmesse in München.Vor allem die rund 11 000 Juweliere und Uhrenhändler Deutschlands würden wenig euphorisch auf das vergangene Jahr zurückblicken und seien zunehmend in ihrer Existenz bedroht. Die heimischen Handelsumsätze mit Uhren und Schmuck sind nach Angaben des Zentralverbands der Fachhändler in Königstein 1997 wie schon in den Vorjahren um etwa drei Prozent auf 7,3 Mrd.DM gesunken.Für 1998 herrsche dennoch gedämpfter Optimismus.Auch die Industrie kann dieses Jahr nur auf eine Wende hoffen.Denn der Umsatz der Uhrenproduzenten ist laut Verband der Deutschen Uhrenindustrie in Pforzheim nach drei Vierteln des Jahres 1997 um über elf Prozent auf knapp 712 Mill.DM geschrumpft.Die Produktion sank nach Stückzahlen sogar um rund ein Fünftel.Zudem halte der Importdruck an, was auch durch Auslagerungen von Serienfertigung bedingt sei.Dagegen seien deutsche Hersteller bei teueren Brillant- und Golduhren zunehmend wettbewerbsfähig. Am optimistischsten ist noch der Verband der Deutschen Schmuck- und Silberwarenindustrie in Pforzheim.Zwar hat auch dieses Segment nach Angaben des Verbandes im vergangenen Jahr seinen Umsatz von 2,06 Mrd.DM nicht ganz halten können.Im laufenden Jahr wird aber mit lebhafterer Kauflust gerechnet.Die Stimmung sei leicht verbessert, der Export erhole sich spürbar, während das Inlandsgeschäft brach liege.Vor allem in Ostdeutschland leidet die Branche aber unter dem Strich seit Jahren unter "katastrophalen Umsatzverlusten", sagte Fischer.

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