Wirtschaft : Kabel Deutschland wehrt sich

ARD und ZDF wollen Zahlungen einstellen.

München - Nach den Plänen von ARD und ZDF ist die Sache klar: Ab 2013 wollen die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten den Kabelanbietern kein Geld mehr dafür zahlen, dass sie ihre Programme ausstrahlen. In diesem Jahr überweisen sie noch rund 60 Millionen Euro brutto an die Betreiber Kabel Deutschland, Unity Media und Kabel BW. Abzüglich der Gema-Gebühren, die die Unternehmen umgekehrt an ARD und ZDF zahlen, bleibt ein Nettobetrag von 43,9 Millionen Euro.

Kabel Deutschland, mit 8,5 Millionen Kunden der Marktführer im Bundesgebiet, rechnet entsprechend mit einer Kündigung der bestehenden Verträge zum 30. Juni. Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Adrian von Hammerstein, kündigte am Donnerstag in München jedoch Widerstand gegen die Pläne von ARD und ZDF an. „Wir halten eine Kündigung für nicht wirksam“, sagte er. Kabel Deutschland bereitet rechtliche Schritte vor. „Ziel ist die Fortsetzung der bisher guten Vertragsbeziehungen über 2012 hinaus“, erklärte Hammerstein.

Einen Gerichtsstreit will er möglichst vermeiden. „Wir sind sehr an einer partnerschaftlichen Lösung interessiert“, sagte der Kabel-Deutschland-Chef. Er verwies darauf, dass die Kabelanbieter bisher schon die niedrigsten Einspeisevergütungen bekämen. ARD und ZDF zahlten für jeden der 18,9 Millionen Kunden in diesem Jahr 2,32 Euro.

Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte hat Kabel Deutschland einen Gewinn erzielt, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Es schloss das im März abgelaufene Geschäftsjahr 2011 mit einem Überschuss von 159 Millionen Euro ab, nach einem Verlust von 45 Millionen im Vorjahr. Weil die Nachfrage nach schnellem Internet und digitalem Fernsehen weiter rasant wächst, gab der M-Dax-Konzern auch einen positiven Ausblick: Er rechne für das laufende Jahr mit rund acht Prozent mehr Umsatz und auch unter dem Strich mit mehr Gewinn, sagte Vorstandschef Adrian von Hammerstein am Donnerstag in München. Die Aktionäre erhalten zum ersten Mal eine Dividende von 1,50 Euro. dapd/dpa

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