Wirtschaft : Kabelnetz: Glossar

Netzebene

Die Struktur des Fernsehkabelnetzes gliedert sich in fünf Ebenen: Netzebene eins ist die der Programmproduzenten in den Fernseh- und Hörfunkstudios. Auf Netzebene zwei werden die Signale der Sendeanstalten zu den Rundfunkempfangsstellen übertragen. In diesen Kopfstationen werden unter anderem die Signale vom Satelliten für den Kabelempfang aufbereitet. Von dort werden die Signale auf Netzebene drei zu den jeweiligen Übergabepunkten in den Wohngebieten weitergeleitet. Erst die Netzebene vier erreicht den Kunden. Sie reicht von den Übergabepunkten an den Grundstücksgrenzen bis zum Teilnehmer. Netzebene fünf ist schließlich das Kabel, dass von der Anschlussdose bis zum Endgerät reicht.

Interaktives Fernsehen

Beim interaktiven Fernsehen kann der Zuschauer aktiv in den Ablauf des Programms eingreifen. Voraussetzung ist die digitale Übertragung der Daten und ein Rückkanal. Das herkömmliche Kabel ist jedoch eine Einbahnstraße: Es ist nur für die Verteilung von Programmen ausgelegt. Bis das Kabel aufgerüstet ist, kann auch die Telefonleitung als Rückkanal dienen. Über diesen kann der Zuschauer seine Daten verschicken. Er kann Filme und Nachrichten jederzeit online bestellen und ansehen. Darüber hinaus sind zusätzliche Dienste möglich: Shopping, Spiele und Bankgeschäfte.

Multimedia Home Platform

Die von Sendeanstalten, Diensteanbietern und der Endgeräteindustrie gemeinsam entwickelte Multimedia Home Platform (MHP) soll der Schlüssel zum digitalen und interaktiven Fernsehen der Zukunft werden. MHP ist eine offene, einheitliche Software-Platform, die als Grundlage für frei empfangbare Programme, Bezahlfernsehen, Multimedia-Angebote und interaktive Dienste dient. Der gemeinsame technische Standard schafft die Voraussetzung für einen freien Wettbewerb, denn jeder Anbieter kann auf dieser technischen Grundlage seine Dienste entwickeln. Der Zuschauer benötigt dafür eine Set-Top-Box oder ein Fernsehgerät mit integrierter MHP-Technik.

Set-Top-Box

Eine Set-Top-Box ist ein Zusatzgerät für den Fernseher zum Empfang digitaler Programme. Set-Top-Boxen werden auch beim Bezahlfernsehen (Pay-TV) eingesetzt. Mit dem Decoder kann der Abonnent die verschlüsselten Signale des Pay-TV-Senders wieder entschlüsseln. So ein Decoder ist die d-Box von Kirch für den Bezahlsender Premiere. Die d-Box hat Kirch exklusiv vertrieben und nutzte im Gegensatz zum offenen Standard MHP eine Technik, die andere Anbieter benachteiligt. Das soll sich ändern.

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