Wirtschaft : Kaffee aus der Kapsel

Portionsgeräte sind praktischer als Filtermaschinen – aber auch teuer

Jahel Mielke
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Zwei bis drei Tassen pro Tag. So viel Kaffee trinken Deutsche im Durchschnitt.Foto: ddpddp

Wir vermissen ihn nicht wirklich, den Filterkaffee. Braun und meist wässrig wurde er im Kännchen oder in der Tasse serviert, bevor der Latte Macchiato in allen Cafés seinen Siegeszug antrat. Nun wird er auch zu Hause verdrängt: von Portionskaffeemaschinen. Statt Pulver in einen Filter zu füllen, legt man einfach ein Pad oder eine Kapsel ein. Auf Knopfdruck fließt der frisch gebrühte Kaffee in die Tasse. Auch Sorte und Stärke kann man vorher wählen: Caffè Lungo oder Caffè Crema, mild oder kräftig. Viele Portionskaffeemaschinen können heute sogar Cappuccino und Latte Macchiato – allerdings meist mit Kaffee statt Espresso.

Am vielseitigsten sind die Automaten, die mit Pads funktionieren. Hiermit lässt sich eine Tasse Kaffee für rund 13 Cent brühen. Bei Discountern sind die Pads etwas billiger. Maschinen mit Kapseln binden den Kunden an die Marke. Ein Kunststoffdöschen reicht für eine Tasse Kaffee und kostet 25 Cent aufwärts. Ein Pfund Kaffee aus Kapseln kostet damit das Vierfache einer Packung Filterkaffee.

Die Stiftung Warentest hat elf Portionskaffeemaschinen getestet, davon sieben für Pads und je zwei für Kapseln und Discs. Die Tester prüften, wie schnell, sicher und praktikabel die Maschinen sind und wie der Kaffee schmeckt. Bei den neun Automaten im Test, die auch Milchgetränke herstellen, wurde auch der Milchschaum bewertet. Neben einem Schadstofftest spielte ebenfalls der Müll eine Rolle: für jede einzelne Tasse fällt etwa bei Kapseln und Discs eine kleine Verpackung an – und damit mehr Abfall als bei regulären Maschinen.

Viel kann man nicht falsch machen: neun der Maschinen im Test sind „gut“, zwei knapp „befriedigend“. Die beste Maschine ohne Milchfunktion von Severin ist schon ab 49 Euro zu haben. Wer Cappuccino oder Latte zubereiten will, muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Die Philips Senseo New Generation ist „gut“ und mit 79 Euro recht günstig. Allerdings verwendet das Gerät Pads mit Milchpulver. Die meisten anderen Maschinen schäumen die Milch. „Gut“ und mit 119 Euro im Vergleich günstig ist hier die Petra KM 42.

Fehler im Geschmack konnten die Warentester nicht finden. Allerdings schmeckte der Kaffee aus der Petra KM 45 wässrig, der aus der Tchibo Cafissimo etwas bitter. Das Gerät von Tchibo landete auf dem letzten Platz, weil es langsam brüht und die Kapseln viel Müll machen.

Bei den Milchgetränken sollte der Verbraucher nicht zu viel erwarten. Denn die meisten Portionsgeräte brühen nur Kaffee. Eigentlich gehört in einen Cappuccino oder einen Latte Macchiato aber Espresso – und den machen nur die Kapselgeräte von Bosch, Krups und Tchibo. Für den richtig leckeren Latte Macchiato sollte man also eine Espressomaschine kaufen. Oder einfach ins Café gehen.

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