KAFFEE : Millionen von Säcken fehlen

Es ist noch immer eines der beliebtesten Getränke der Deutschen. 146 Liter Kaffee trank jeder Deutsche im vergangenen Jahr pro Kopf. Doch nach Milch und Butter wird auch der kleine Schwarze teurer. Schon seit März beobachtet der Deutsche Kaffeeverband steigende Preise. Kostete die 500-Gramm-Packung damals noch 3,67 Euro, liegt der durchschnittliche Preis nach Verbandsangaben derzeit bei 3,80 Euro. Weitere Preissteigerungen bis zum Jahresende werden ausdrücklich nicht ausgeschlossen.

Grund für die Anhebung sei der immer teurer werdende Rohkaffee. „Das mussten die Röster an die Kunden weitergeben“, sagte Verbandschef Holger Preibisch in dieser Woche. Beispielsweise habe sich der Rohkaffeepreis für die wichtige Sorte Robusta in den vergangenen fünf Jahren verdreifacht.

Nachdem auf dem Kaffeemarkt jahrelang Überschuss geherrscht hatte, waren die Preise gefallen. Der Anreiz, neue Sträucher anzupflanzen, war gering. Inzwischen ist das umgekehrt: Die Nachfrage übersteigt das Angebot, die Vorräte gehen zurück. Weltweit acht Millionen Sack Kaffee (je 60 Kilo) könnten in diesem Jahr fehlen, prognostizierte die Weltkaffeeorganisation ICO im Mai.

Die Rohkaffeepreise seien vor allem für die niedrigpreisigere Sorte Robusta gestiegen, bestätigt Tanja Laube, Sprecherin des deutschen Marktführers Tchibo. Seit einigen Wochen zeigten aber auch die Preise für die Tchibo-Hauptsorte Arabica, die höherwertiger ist, eine steigende Tendenz. „Daher kann eine Preisanpassung nicht ausgeschlossen werden“, sagt Laube. pet

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