Wirtschaft : Kaffee

Die Bohnen sind so billig wie nie– weil es zu viele davon gibt

Ragna Sieckmann

PREIS DER WOCHE

Die Deutschen lieben Kaffee: Pro Kopf trinken sie 160 Liter davon im Jahr. Zurzeit ist der Wachmacher billig wie nie. In Discountern steht das Pfund für 2,29 Euro in den Regalen, Markenkaffee gibt es ab 2,69 Euro. Im Dezember lagen die Preise noch 20 Cent höher. Die Bohnen sind so günstig, weil zu viele Kaffeebäume wachsen: Die Plantagen in Brasilien und Vietnam, den beiden bedeutendsten Anbauländern, sind größer und zahlreicher geworden. Jetzt steht die Ernte säckeweise in Lagern auf der ganzen Welt. „Es gibt 15 Prozent zu viel Kaffee“, sagt Winfried Tigges vom Deutschen Kaffeeverband in Hamburg. Neben dem zu großen Angebot drückt der starke Euro die Preise auf dem deutschen Kaffeemarkt. Weil Kaffee vor allem in Pfund und Dollar gehandelt wird, bedeutet ein hoher Euro-Kurs relativ billige Preise. In den Euro-Ländern sind Kaffeebohnen also noch günstiger als beispielsweise in Amerika. „Auch in den nächsten Monaten werden die Preise auf jeden Fall so niedrig bleiben wie momentan", sagt Tigges.

Winfried Tigges fürchtet allerdings, dass die Dumpingpreise den Kaffee schlechter machen: „Wie sollen die Farmer ihre Kosten decken bei Preisen von 2,29 Euro und einer Kaffeesteuer von 1,09 Euro?“ Mit dem wenigen Geld könnten sie die Plantagen nicht pflegen. „Letzten Endes muss die Qualität der Bohnen darunter leiden.“ (Foto:Imago)

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