Wirtschaft : Kaffeestreit kostet Starbucks Milliarden

US-Kette rutscht dadurch in die roten Zahlen.

Bitter. Die Auseinandersetzung mit Kraft kommt Starbucks teuer zu stehen. Foto: dpa
Bitter. Die Auseinandersetzung mit Kraft kommt Starbucks teuer zu stehen. Foto: dpaFoto: dpa

Los Angeles - Eine milliardenschwere Strafzahlung im Streit mit dem Lebensmittelkonzern Kraft Foods hat Starbucks tief in die roten Zahlen gedrückt. Der operative Verlust im abgelaufenen Quartal liege bei 2,1 Milliarden Dollar, teilte die weltgrößte Kaffeehaus-Kette am Mittwoch mit. In diesem neuen Ergebnis spiegele sich die Strafe in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar wider.

Die Strafe verhängte am späten Dienstag ein Schiedsgericht. In dem seit drei Jahren schwelenden Streit zwischen Starbucks und Kraft ging es um eine vorzeitige Vertragskündigung. Ab 1998 verkaufte Kraft für Starbucks Kaffeepakete an Lebensmittelgeschäfte. Der Umsatz verzehnfachte sich nach Angaben von Kraft auf 500 Millionen Dollar im Jahr. Starbucks stieg aus dem Vertrag aus und begründete diesen Schritt unter anderem mit Missmanagement. Der US-Konzern gab das Geschäft an die Firma Acosta weiter. Ursprünglich endete die Liefervereinbarung mit Kraft allerdings erst im März 2014, danach hätte der Vertrag für zehn Jahre automatisch verlängert werden können. Kraft pochte auf eine Entschädigungszahlung.

Die nun verhängte Strafzahlung geht komplett an Mondelez International. Kraft hatte sich 2012 in zwei Teile aufgespaltet und die Snack- und Getränkesparte unter dem Namen Mondelez ausgegliedert. Unter diesem Namen sind nun weltweit bekannte Marken wie Milka, Jacobs, Oreo-Kekse und Trident-Kaugummi gebündelt.

Starbucks zeigte sich entrüstet über die angeordnete Strafzahlung. Das Schiedsgerichtverfahren ist jedoch rechtlich bindend, weshalb die Kaffeehaus-Kette nicht dagegen vorgehen kann.

Ursprünglich hatte Starbucks schon Ende Oktober für das im September abgelaufene vierte Geschäftsquartal einen Anstieg des Gewinns um 34 Prozent auf rund 480 Millionen Dollar bekannt gegeben, der nun aufgrund der Strafe heruntergeschraubt wurde. Starbucks-Finanzchef Troy Alstead kündigte die Aufnahme von 750 Millionen Dollar neuer Schulden in den kommenden drei Monaten an.

Am Ausblick für das Gesamtjahr 2014 von 2,55 bis 2,65 Dollar je Aktie hielt der US-Konzern fest. Starbucks-Titel lagen im Handelsverlauf etwa 0,1 Prozent im Plus. rtr

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