Wirtschaft : Kalawnikov

Kalaschnikow

Bodo Mrozek

Sie ist 930 Millimeter lang, wiegt 4,2 Kilo und ist einer der Exportschlager Russlands. Neben Ý Beluga-Kaviar und Ý Wodka ist kein russisches Produkt so erfolgreich wie die Kalaschnikow. Michail Kalaschnikow, der Erfinder dieser „Wunderwaffe“, hatte es in der Sowjetunion anfangs alles andere als leicht. Als Abkömmling von Kuban-Kosaken 1919 geboren, erfuhr er Anfang der 30er Jahre den Stalinismus am eigenen Leibe: Im Zuge der „Kulakenverfolgung“ wurde die Familie nach Sibirien deportiert. Im Zweiten Weltkrieg diente Michail Kalaschnikow bis zu einer Verwundung bei der Panzerwaffe der Roten Armee. Fortan konstruierte der Eisenbahntechniker Schusswaffen. Doch sein Sturmgewehr ging erst zwei Jahre nach Kriegsende als „Automat Kalaschnikow“ 1947 in Serie. Während ihr Erfinder danach ein Leben unter strengster Geheimhaltung führte, wurde die „AK 47“ als Standardwaffe der Sowjetarmee weltberühmt. Wüstensand und Nässe können ihr wenig anhaben – weshalb sie von Guerillas aller Konfessionen im Nahen Osten ebenso wie in Afrika oder Lateinamerika benutzt wird. Die Kalaschnikow ziert die offiziellen Wappen etlicher Kleinstaaten; die RAF benutzte sie als symbolträchtiges Emblem. Heute ziert sie als Popikone politisch inkorrekt gestaltete T-Shirts. Die Zahl ihrer Opfer ist unbekannt.

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