Wirtschaft : Kalte Würfel für heiße Cocktails

Getränkehändler und Tankstellen bieten Fertigeis für wenig Geld

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Ein Supermarkt, ein Discounter und ein Kiosk – dreimal Fehlanzeige. Wer in Berlin nach ganz normalen Eiswürfeln für eine Party oder für den Hausgebrauch sucht, kann schnell verzweifeln. Supermärkte führen das so genannte Nutzeis nur selten, obwohl sie den Trend zum Cocktail erkannt haben. Rohrzucker, Limetten und Weißen Rum für den beliebten brasilianischen Cocktail Caipirinha gibt es in jedem Laden. Aber wo bekommt man das nötige CrunchEis her?

Wer keine Lust (oder keinen Platz) hat, das Eis in Plastikförmchen oder Eiswürfeltüten selbst zu machen, kauft es bei Tankstellen oder Getränkehändlern wie Getränke Hoffmann. Dort hat sich der Verkauf von Eis zu einem echten Renner entwickelt. „Seit drei Jahren verkaufen wir Nutzeis. Allein in diesem Jahr ist der Umsatz um 40 Prozent gestiegen“, sagt Mario Benedikt, Marketing-Chef von Getränke Hoffmann. Ein Zwei-Kilo-Plastikbeutel mit Eiswürfeln oder Crunch-Eis kostet 1,89 Euro. Eine isolierende Styropor-Box mit fünf Kilo Inhalt gibt es für 4,99 Euro. Für den Erfolg des Eisverkaufs macht Benedikt nicht nur den heißen Sommer verantwortlich: „Die Menschen wollen es einfach bequem haben. Wie in den USA, wo man an jeder Ecke Eis bekommt.“

Direkt an der Quelle ist man bei der Eisvogel Nutzeis GmbH. Der Mariendorfer Eishersteller und -händler beliefert Gastronomie und Lebensmittelhandel mit Eisprodukten, bietet aber auch einen Werksverkauf für Endverbraucher: Im Sommer von Montag bis Samstag von sechs Uhr bis 22 Uhr und am Sonntag von acht Uhr bis 16 Uhr. Als Hersteller verkauft Eisvogel Eiswürfel und Crushed Eis in den verschiedensten Variationen. Die Mindestabnahmemenge beträgt fünf Kilogramm. Ab 30 Euro Warenwert liefert Eisvogel auch nach Hause, das kostet innerhalb Berlins allerdings 15 Euro extra.

Noch vor einigen Jahren konnte man sich bei Fastfood-Ketten wie McDonald’s oder Burger King gratis mit Eis eindecken. Die Filialen verfügen über Eismaschinen mit einer ausreichenden Kapazität, um jede Party kalt zu machen. Doch inzwischen ist es den Mitarbeitern beider Ketten verboten, Eiswürfel an Kunden auszugeben. „Wir wissen nicht, was mit dem Eis passiert, wenn es die Filiale verlässt“, sagt McDonald’s-Sprecher Frank Bleker. Werde mit dem Eis auf einer Party nicht hygienisch umgegangen und die Gäste verderben sich den Magen, könne McDonald’s ein Problem bekommen. Die Fastfood-Ketten befürchten wohl einen Imageschaden und Schadenersatzklagen. msh

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