Wirtschaft : Kampf um den deutschen Markt: Axa spricht mit Deutscher Bank

Die beiden größten europäischen Versicherer Axa und Allianz stehen möglicherweise vor einem Kampf um den lukrativen deutschen Markt. Die "Financial Times Deutschland" berichtete am Montag, die Deutsche Bank und die französische Axa-Gruppe verhandelten über eine Vertriebspartnerschaft. Axa habe großes Interesse an der Versicherungstochter der Deutschen Bank.

Sollten die Gespräche tatsächlich geführt werden, brächte dies die Allianz unter Druck, die mit der Deutschen Bank seit längerem und bislang ohne Ergebnis über eine gegenseitige Öffnung der Vertriebswege spricht. Axa und Deutsche Bank lehnten eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Axa wolle ihre Versicherungsprodukte in den Filialen der Deutschen Bank verkaufen. Außerdem strebe die Versicherung den Status eines bevorzugten Anbieters von Versicherungsprodukten bei der Bank 24 an, wolle aber keinen Exklusivstatus. Im Gegenzug würde die Versicherung ihr europäisches Vertriebsnetz für die Privatkundensparte Deutsche Bank 24 öffnen. Zugleich biete Axa der Deutschen Bank Hilfe beim Aufbau eines Privatkundennetzes unter anderem in Frankreich und Spanien an. Dies könnte über die Einrichtung von gemeinsamen Filialen sowie im Vertrieb per Internet geschehen.

Hintergrund der Verhandlungen: Die Deutsche Bank befindet sich bereits seit längerem in Gesprächen mit dem Axa-Rivalen Allianz über eine gegenseitige Öffnung der Vertriebskanäle - bislang allerdings erfolglos. Deshalb wird in Bankenkreisen bereits vermutet, dass die beiden Unternehmen nicht ernsthaft an einer Einigung interessiert seien. Andererseits ist es aber auch gut möglich, dass die Deutsche Bank die angeblichen Gespräche mit Axa als Druckmittel nutzt, um die schleppenden Verhandlungen mit der Allianz voranzubringen.

Axa, der gemessen an den Prämieneinnahmen größte europäische Versicherer, ist über die Tochter Axa Colonia bereits im deutschen Markt vertreten. Die Allianz-Gruppe ist nach Prämieneinnahmen die Nummer zwei in Europa. Auf dem deutschen Markt gilt der Bedarf an von Versicherungen angebotenen Investmentprodukten zur Altersvorsorge als besonders groß.

Im Februar hatte Deutsche-Bank-Vorstandssprecher Rolf Breuer gesagt, es gebe mindestens fünf europäische Versicherer, die an einer Vertriebskooperation mit der Privatkundenbank Deutsche Bank 24 interessiert seien. An der Börse gab der Kurs der Deutschen-Bank-Aktie bis zum Mittag um 0,36 Prozent auf 88,58 Euro nach. Die Allianz-Aktie verlor ebenfalls rund 0,3 Prozent auf knapp 355 Euro an Wert. An der Börse in Paris sank der Kurs der Axa-Aktie um 0,3 Prozent auf 132,80 Euro.

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