Wirtschaft : Kamps AG: Aktie im Höhenflug

tas

Europas größter Filialbäcker, die Düsseldorfer Kamps AG, will bis zum Jahr 2003 den Umsatz auf etwa sechs Milliarden Mark verdoppeln. Das kündigte Heiner Kamps, Vorstandsvorsitzender von Kamps, am Mittwoch anlässlich der Vorlage der Geschäftszahlen 2000 in Frankfurt (Main) an. Auch das Betriebsergebnis soll überproportional ansteigen. Im laufenden Geschäftsjahr strebt Kamps ein Umsatzwachstum von mindestens 20 Prozent an.

Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Großbäcker ein deutliches Wachstum vorgelegt. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen stieg von 48,7 Millionen Mark auf 202,2 Millionen Mark, der Umsatz legte wegen zahlreicher Akquisitionen um 300 Prozent auf rund 3,26 Milliarden Mark zu. Deutliche Impulse erwartet Kamps aus einem Joint Venture mit Roncadin in Norditalien. Über ein Franchise-System will das Unternehmen dort bis in drei Jahren unter dem Namen "punto caldo" rund 300 neue Shops mit einem angepeilten Jahresumsatz von 220 Millionen bis 250 Millionen Mark eröffnen.

Auch der schon seit längerem angekündigte Start der Fastfood-Kette "Bakerstreet" wird in diesem Monat Realität. Wie Kamps mitteilte, wird am 15. März der erste Franchise-Laden eröffnet werden, dem in diesem Jahr noch 30 bis 40 weitere Standorte folgen sollen. "Bakerstreet" verkauft Backwaren an Tankstellen, Bahnhöfen oder Flughäfen. Kamps räumte aber ein, dass die Realisierung der ursprünglichen Planung um ein bis anderthalb Jahre hinterherhinke. Nach derzeitigem Planungsstand solle "Bakerstreet" 2001 einen Anteil am Gesamtumsatz von einem Prozent erwirtschaften.

Die Börse nahm die Nachrichten positiv auf. Am Mittwoch stieg die Kamps-Aktie um bis zu zehn Prozent und notierte am späten Nachmittag bei über zwölf Euro. Doch der Vorstandsvorsitzende äußerte generellen Unmut angesichts der Kursentwicklung der Kamps-Aktie: "Wir sind unterbewertet. Der unternehmerische Erfolg spiegelt sich nicht im Kurs wider." Kamps sei erfolgreich gewachsen und habe auch die gesetzten Prognosen erfüllt. Es sei schlicht "irrational" was sich an der Börse zurzeit abspiele.

0 Kommentare

Neuester Kommentar