Wirtschaft : Kamps wechselt Vorstand aus Nicos Sophocleous soll Reformen beschleunigen

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Düsseldorf Europas größter Backkonzern Kamps bekommt eine neue Führungsspitze. Der Vorstandsvorsitzende Michael Kern (48) und Vorstandsmitglied Werner Herterich (51) werden aus dem Gremium einvernehmlich ausscheiden, teilte die Kamps AG am Donnerstag in Düsseldorf mit. Neuer Kamps-Chef werde Nicos Sophocleous (48). Der gebürtige Grieche arbeitet seit vielen Jahren für die Kamps-Mutter Barilla, zuletzt als General Manager in den USA. Nachfolger von Herterich werde zum 1. Oktober Stefan Blaschak (35), der vom Käsehersteller Hochland komme. Blaschak werde künftig für den Bereich Kamps Brot- und Backwaren verantwortlich zeichnen, teilte Kamps weiter mit.

Sowohl Kamps als auch Barilla begründeten den Wechsel offiziell damit, dass bei Kamps eine neue Unternehmensphase beginne. Kern habe erfolgreich die verschiedenen, von Heiner Kamps zugekauften Unternehmen integriert, hieß es. Künftig ständen aber die Geschäftsentwicklung und damit Marketing, Vertrieb und die Hebung von Synergiepotenzialen im Vordergrund.

Unternehmens-Insider vermuten allerdings, dass Barilla mit der Arbeit von Peter Kern nicht zufrieden war. „Kern wurde vorgeworfen, dass er die Reformen nicht konsequent umgesetzt hat", sagte Kamps-Aufsichtsratsmitglied und Arbeitnehmervertreterin Barbara Erath dem Tagesspiegel. Sie geht daher davon aus, dass unter dem neuen Kamps-Chef das Reformtempo zunehmen werde. Von Streitigkeiten zwischen dem früheren Kamps-Vorstand und Barilla sei ihr aber nichts bekannt.

Kern war Nachfolger von Firmengründer Heiner Kamps, der 2002 seine Kamps-Aktien an den italienischen Nudelhersteller verkaufte und wenige Monate später als Vorstandsvorsitzender abtrat. Unter der Führung von Kern wurde der Konzernverlust deutlich von rund 127 Millionen Euro im Jahr 2002 auf 33,3 Millionen Euro im Jahr 2003 verringert. In seiner bisher 17-monatigen Amtszeit als Kamps-Chef waren außerdem der Schuldenabbau und die Integration von zugekauften Firmen große Themen. Für die Brotmarken „Lieken Urkorn“ und „Golden Toast“ wurde eine Werbekampagne mit Millionenaufwand gestartet.

Der Kamps-Konzern will nach drei Verlustjahren 2005 wieder schwarze Zahlen schreiben. kwi

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