Wirtschaft : Kanadische Newbridge ist Spezialist für Breitbandtechnologie

Der französische Telekommunikationskonzern Alcatel kauft seinen kanadischen Konkurrenten Newbridge Networks. Wie Alcatel am Mittwoch in Paris bekanntgab, wird der Erwerb durch Aktientausch erfolgen, wobei Newbridge mit rund 7,1 Milliarden Dollar (gut 13,8 Milliarden Mark) bewertet wird. Nach Angaben von Alcatel wird sich das Ergebnis des Konzerns im kommenden Jahr 2001 durch den Erwerb um rund vier Prozent verbessern, im laufenden Geschäftsjahr sei eine Verbesserung um 0,6 Prozent zu erwarten. Alcatel-Chef Serge Tschuruk schätzt die Fusionserträge auf 230 Millionen Dollar jährlich (rund 450 Millionen Mark).

Die Internet-Aktivititäten beider Konzerne sollen zusammengelegt und vom Newbridge-Sitz aus geführt werden. Allein diese Sparte werde jährliche Umsätze von mehr als 2,5 Milliarden Dollar erwirtschaften, gab Alcatel an. Die von Newbridge im März 1996 beschlossene Zusammenarbeit mit dem Alcatel-Konkurrenten Siemens im Bereich der Breitbandtechnologie ATM soll weitergeführt werden. "Wir würden es begrüßen, weiterhin Lieferant von Siemens sein zu können", sagte Tchuruk in Paris.

Mit der Übernahme der kanadischen Newbridge hat der zweitgrößte europäische Hersteller von Telekommunikationstechnik, Alcatel, den Einstieg in die Weltmarkt für ATM-Übertragungstechnik geschafft. Der Asynchrone Übertragungsmodus (ATM) erlaubt das störungsfreie Versenden von Videobildern, Ton und Daten in Datennetzen wie dem Internet und ist dem herkömmlichen Internet-Protokoll überlegen. Mit Newbridge verschärft Alcatel den Wettbewerb mit Konzernriesen wie Lucent Technologies und Cisco Systems auf diesem wachstumsträchtigen Markt.

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