Wirtschaft : Kapazitätsauslastung bereitet Sorge

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Das Tourismusgeschäft in Ostdeutschland gestaltet sich zusehends schwieriger. Zehn Jahre nach der Einheit nimmt die Dynamik ab und sind die Kapazitäten nur unzureichend ausgelastet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die der Ostdeutsche Sparkassen- und Giroverband (OSGV), Berlin, in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr durchgeführt hat. Gleichwohl zähle der Tourismus noch immer zu den größten Hoffnungsträgern für Wachstum und Beschäftigung, betonte der Geschäftsführende Präsident des OSGV, Rainer Voigt, am Dienstag vor der Presse. Für das Projekt, dessen Kosten mit rund 300 000 Mark angegeben werden, wurden im Verband zwei neue Planstellen geschaffen.

Den vorläufigen Ergebnissen zufolge wird die Dynamik im deutschen Tourismusgeschäft zwar im Wesentlichen von der ostdeutschen Entwicklung getragen. So wurde hier 1999 mit einem Plus von knapp zehn Prozent auf 50,7 Millionen gewerblichen Übernachtungen ein deutlicherer Zuwachs als in Westdeutschland verzeichnet, wo die vergleichbare Zahl um gut vier Prozent auf 256,5 Millionen stieg. Damit erhöhte sich der Anteil der ostdeutschen Übernachtungen an den gesamten gewerblichen Übernachtungen in Deutschland seit 1993 von 9,7 auf 14,5 Prozent. Sorge bereitet allerdings die Auslastung. In Ostdeutschland erreichte sie im vergangenen Jahr knapp 30 Prozent. Im Westen lag sie bei 34 Prozent. Erstmals erfasst wurden auch die nicht amtlich gemeldeten Übernachtungen. Demzufolge stehen in den neuen Ländern rund 46 Millionen gewerblichen Übernachtungen gut zwölf Millionen Übernachtungen in Betrieben mit weniger als neun Betten gegenüber. Der Geschäftsführende Präsident Voigt forderte dazu auf, diesem Umstand künftig stärker Rechnung zu tragen. Damit sei ein Umsatzvolumen von immerhin einer Milliarde Mark verbunden, betonte Voigt.

Als Kreditgeber sind die ostdeutschen Sparkassen ein wesentlicher Faktor im Tourismusgeschäft Ostdeutschlands. Seit 1990 vergaben die Institute des OSGV hier rund 2,3 Milliarden Mark an gewerblichen Krediten; bei einem Gesamtkreditbestand von 31,5 Milliarden Mark.

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