Kapitalerhöhung : Premiere sammelt Geld für die Bundesliga

Rechtzeitig vor den neuen Verhandlungen über die Rechte an der Fußball-Bundesliga wollte sich Bezahlsender Premiere mit frischem Geld am Kapitalmarkt eindecken. Das Ergebnis von 175 Millionen Euro enttäuschte allerdings Konzern und Anleger. Dennoch droht der Sportschau neue Gefahr.

Premiere
Mit viel Geld will sich Premiere mehr Exklusivität bei der Bundesliga-Berichterstattung erkaufen. -Foto: ddp

MünchenPremiere plant die Ausgabe von 14,06 Millionen neuen Aktien zu einem Bezugspreis von 12,50 Euro. Damit liegt der Bruttoerlös, von dem noch die Kosten der Aktion abgezogen werden müssen, bei 175,75 Millionen Euro. Ursprünglich hatte Premiere auf bis zu 250 Millionen Euro gehofft. Der Bezahlsender will sich mit der Ausgabe neuer Aktien für die nächste Versteigerung der Fußball-Bundesliga-Liverechte rüsten. Der Premiere-Aktienkurs sank nach Bekanntgabe der Details der Kapitalerhöhung leicht auf 14,25 Euro.

Premiere war 2005 im Wettlauf um die Bundesliga-Rechte vom neuen Konkurrenten Bezahlsender Arena ausgestochen worden. Daraufhin sprangen etliche Premiere-Kunden ab. Allerdings kapitulierte Arena angesichts hoher Verluste nach nur einer Saison und reichte die Live-Rechte an der Bundesliga in Form einer Sublizenz für unterm Strich insgesamt etwa 250 Millionen Euro pro Saison wieder an Premiere zurück. Der Preis beinhaltet eine Beteiligung der Arena-Mutter Unitymedia von 16,6 Prozent an Premiere.

Premiere will mehr Exklusivität

Voraussichtlich bereits ab diesem Herbst werden nun die Rechte ab der Saison 2009/10 versteigert. Mit dem Erlös aus der Kapitalerhöhung will sich Premiere nach Angaben von Vorstandschef Michael Börnicke die "volle Flexibilität" für die neue Runde sichern. Mit mehr als einer Milliarde Euro Eigenkapital sei Premiere gut positioniert. Ziel des Konzerns ist es, sich bei der neuen Versteigerung mehr Exklusivität zu sichern und dafür notfalls auch einen hohen Preis zu zahlen. Vor allem die "Sportschau", bei der die Bundesliga-Spiele ab 18.30 Uhr am Samstag im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sind, ist dem Pay-TV-Konzern ein Dorn im Auge.

Im Rahmen der Kapitalerhöhung haben die bisherigen Premiere-Aktionäre das Recht, für je sieben alte Aktien eine neue zu erwerben. Die Bezugsfrist endet am 24. September. (mit dpa)

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