Kapitalmarkt : Die KfW erwartet ein Geschäft

Am Frankfurter Palmengarten ist man vorbereitet. 70 bis 75 Milliarden Euro wird die hier beheimatete bundeseigene KfW-Bankengruppe in diesem Jahr am Kapitalmarkt aufnehmen.

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Ulrich Schröder
Ulrich SchröderFoto: dpa

Frankfurt am MainVor allem, um der deutschen Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Aber nicht nur. „Die Planung für die Mittelaufnahme für das gesamte Jahr umfasst auch Reserven für eventuelle Sonderentwicklungen“, sagt eine KfW-Sprecherin. „Aus heutiger Sicht ist nicht damit zu rechnen, dass die mögliche Beteiligung am Notfallplan für Griechenland zu einer Erhöhung des Refinanzierungsvolumens führt.“ Die KfW soll den deutschen Anteil von 8,4 Milliarden Euro finanzieren. Verbürgt wird der Kredit vom Bund, also vom Steuerzahler.

Der Bund kann der KfW außergewöhnliche Geschäfte, die mit dem Förderauftrag nichts zu tun haben, laut Gesetz zuweisen. Das muss der Vorstand akzeptieren. Der Steuerzahler ist damit erst einmal nicht direkt im Boot. Trotzdem bildet sich in der KfW ein zusätzlicher Schuldentopf: Sollten die Griechen den Kredit nicht bedienen, muss der Steuerzahler haften.

KfW-Chef Ulrich Schneider sieht keine Probleme bei der Abwicklung

Ihre vorerst letzte Anleihe hat die KfW Mitte letzter Woche begeben: Fünf Milliarden Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Damit hat sie 2010 bereits 35 Milliarden Euro eingesammelt. Zentralbanken, Banken und Pensionsfonds geben der KfW Kredit. Sie genießt die höchste Bonitätsnote. Umgekehrt kann sich die KfW deshalb günstig Geld beschaffen. Für die neue Anleihe zahlt sie nur 2,25 Prozent Zinsen pro Jahr. Damit könnte der Bund an der Hilfe sogar Geld verdienen. Schließlich soll Athen Zinsen von fünf Prozent zahlen. Damit könnten für Berlin pro Jahr etwa 230 Millionen Euro herausspringen.

Für die KfW wäre der Griechenlandkredit für das laufende Geschäft kaum eine Belastung. Das Fördergeschäft für die Wirtschaft werde nicht leiden, heißt es in Frankfurt. Kredite in Höhe von 50 Milliarden Euro hat die KfW 2009 an deutsche Firmen vergeben. Zudem gibt es Spielraum: Für das Konjunkturprogramm der Regierung für 2009 und 2010 für deutsche Unternehmen, das die KfW abwickelt, stehen 40 Milliarden Euro bereit. Bislang liegen nur Anträge über 20,5 Milliarden Euro vor, zehn Milliarden sind erst zugesagt. KfW-Chef Ulrich Schröder rechnet angesichts der besseren Konjunktur kaum mehr damit, dass das Programm ausgeschöpft wird.

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