KARRIERE Frage : an Christoph Abeln < i>Fachanwalt für Arbeitsrecht

Sind Ferienjobs zu versteuern?

an Christoph Abeln

Unsere Tochter ist in der 12. Klasse und arbeitet in den Sommerferien in einer Veranstaltungsagentur. Worauf müssen wir als Eltern achten?

Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren, die noch schulpflichtig sind, dürfen nicht länger als vier Wochen pro Jahr in den Ferien jobben. Zu beachten ist auch, dass Jugendliche keine körperlich schweren oder gefährlichen Arbeiten verrichten dürfen. Sie dürfen zwischen 6 Uhr in der Früh und 20 Uhr abends arbeiten. Ausnahmen gelten für besondere Gewerbe. Ein jugendlicher Aushilfskellner in einer Gaststätte zum Beispiel darf bis 22 Uhr bedienen.

Die tägliche Arbeitszeit darf für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren acht Stunden am Tag beziehungsweise 40 Stunden pro Woche betragen. Bei einer täglichen Arbeitszeit von viereinhalb bis sechs Stunden sind mindestens 30 Minuten, bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden mindestens 60 Minuten als Ruhezeit einzuhalten. An Wochenenden und Feiertagen jedoch darf nicht gearbeitet werden. Auch hier gibt es aber Ausnahmen. So können Schüler an diesen Tagen zum Beispiel in Gaststätten oder Krankenhäusern tätig sein – wenn mindestens zwei Wochenenden im Monat beschäftigungsfrei bleiben.

Bei Unfällen auf dem Weg zur Arbeit gilt für Ferienjobber das, was auch für andere Arbeitnehmer gilt: Sie sind gegen die Folgen von Arbeits- und Wegeunfällen per Gesetz über den Betrieb unfallversichert. Bei Unfällen am Arbeitsplatz sind sie dagegen über die gesetzliche Unfallversicherung versichert. Das gilt unabhängig davon, wie lange sie arbeiten, also für Ferien- wie für Minijobber.

Schüler ab 18 Jahren gehen ein ganz normales (meist befristetes) Arbeitsverhältnis ein. Bei ihnen gelten die Regeln, die auch für normale Beschäftigte gelten.

Bei einem Verdienst bis zu 400 Euro im Monat zahlen jugendliche wie erwachsene Schüler weder Steuern noch Sozialabgaben. Erwachsene Schüler müssen auch bei einem monatlichen Verdienst von über 400 Euro keine Sozialversicherungsabgaben abführen, Steuern allerdings schon.

Auswirkung auf das Kindergeld hat der Zuverdienst im Ferienjob bis zum 18. Lebensjahr nicht. Ab dem 18. Lebensjahr darf das Jahreseinkommen des Kindes 7680 Euro und 8600 Euro, wenn die Werbungskostenpauschale eingerechnet ist, jedoch nicht übersteigen. Verdient der Schüler mehr als 7680 Euro im Kalenderjahr, müssen die Eltern das komplette Kindergeld für dieses Jahr zurückzahlen. Zudem geht für die Eltern der Kinder- und Betreuungsfreibetrag verloren sowie die Kinderzulage bei der Riester-Rente und bei der Eigenheimzulage. Foto: Promo

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