KARRIERE Frage : an Christoph Abeln < i>Fachanwalt für Arbeitsrecht

Was gilt beim Job im Ausland?

an Christoph Abeln

Ich bin Führungskraft in einem Berliner Unternehmen. Jetzt will unsere Firma international expandieren und mir wurde angeboten, für zwölf Monate nach Moskau zu gehen. Was muss ich bei einer Auslandsentsendung beachten?

Gerade jetzt, wo die Wirtschaftskrise überwunden scheint, legen deutsche Firmen wieder verstärkt Wert auf internationale Zusammenarbeit und Expansion.

Ein längerer beruflicher Aufenthalt im Ausland dient häufig der Karriere. Besonders die international gewonnenen Kontakte sind oft auch nach der Rückkehr von Nutzen. Dazu kommt die Möglichkeit, eine neue Sprache und interkulturelle Kompetenz zu erlernen. Doch auch wenn Sie sich jetzt vor allem erst einmal mit der Ausreise befassen, sollten Sie auch die Rückreise im Blick haben.

Damit es bei der Rückkehr ins Heimatland und der Wiedereingliederung in das Unternehmen keine Probleme gibt, sollte die Entsendungsvereinbarung beziehungsweise der Auslandsarbeitsvertrag – neben anderen Klauseln – die Weiterbeschäftigung und Art der Tätigkeit nach der Rückkehr regeln. Dabei ist zu beachten, dass das Thema Auslandsentsendung durch Gesetze und Rechtsprechung nur unzureichend geregelt ist: Eine Regelung findet sich nur in Paragraf 2, Absatz 2 des Nachweisgesetzes (NachwG), das besagt, dass der Auslandsarbeitsvertrag Angaben über Dauer der im Ausland auszuübenden Tätigkeit, Währung, zusätzliches Arbeitsentgelt und Bedingungen für die Rückkehr enthalten muss.

Außerdem ist es wichtig, den Fall einer Kündigung während des Auslandseinsatzes im Auslandsarbeitsvertrag zu regeln. Üblicherweise wird eine Trennungsentschädigung vereinbart. Da keine gesetzlichen Regeln vorliegen, sollten in den Vertrag etwa Klauseln über die Arbeitszeit im Ausland, Urlaub, Ausgleich von Mehraufwendungen (wie Umzugs- und Reisekosten), Fortführung der betrieblichen Altersversorgung und auf den Vertrag anwendbares Recht aufgenommen werden.

In steuerrechtlicher Hinsicht ist zu entscheiden, ob der deutsche Wohnsitz aufgegeben wird. Denn Paragraf 1, Absatz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) besagt, dass eine natürliche Person, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Wohnsitz hat, unbeschränkt steuerpflichtig ist. Das heißt, dass das gesamte Einkommen, also auch das im Ausland, in Deutschland zu versteuern ist. Hat eine Person weder Wohnsitz noch gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland, ist nach Paragraf 1, Absatz 4 des EStG Einkommenssteuer nur auf inländisches Einkommen zu zahlen. Weiterhin ist zu prüfen, ob ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und dem Land der Entsendung vorliegt. Foto: Promo

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