Animateure : Vortanzen und Party machen

Ab jetzt für den nächsten Sommer bewerben: Reiseanbieter suchen zweisprachige Animateure.

Manja Greß/dpa

Sonne satt und den ganzen Tag Party – so stellen sich viele die Arbeit eines Animateurs vor. Doch dieses Klischee hat nichts mit der Realität zu tun. Wer gern stundenlang am Strand liegt und abends ungestört feiern will, ist bei diesem Job fehl am Platz.

„Schließlich ist es ein Unterschied, ob man eine Poolparty selbst erlebt oder derjenige ist, der die Gäste bei Laune halten soll“, sagt Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV) in Berlin. Er weist darauf hin, dass Animateur-Jobs sehr anstrengend sind. Das kann auch Tim Wirth vom Internetportal www.traumjob-animateur.de aus Ulm bestätigen: „Animateure sind von früh bis spät im Einsatz – und das an sechs Tagen in der Woche“, erzählt er.

„Der Tag beginnt meistens gegen 8 Uhr morgens und endet oft nicht vor Mitternacht. Nach dem Frühstück trifft man sich zum Meeting mit den Kollegen, und dann geht's auch schon los: Aerobicstunden, lustige Spiele, Proben für die Abendshow.“ Auch während der Pausen, zum Beispiel beim Abendessen, könne es vorkommen, dass ein Animateur von Hotelgästen angesprochen wird.

Das Gehalt liegt dabei zwischen 500 und 1500 Euro monatlich. „Das klingt erstmal relativ wenig. Allerdings muss man für Kost und Logis nichts bezahlen und bekommt teilweise sogar die Berufskleidung vom Arbeitgeber gestellt“, erklärt der Experte. Weil so kaum Ausgaben entstehen, sei es sogar möglich, einen Großteil des Geldes zur Seite zu legen.

„Wer sich für den abwechslungsreichen Job eines Animateurs interessiert und mindestens 18 Jahre alt ist, sollte aber einige Voraussetzungen mitbringen, um den Anforderungen gewachsen zu sein“, sagt Tanja Kraus vom Reiseveranstalter 1-2-Fly aus Hannover, bei dem sich junge Leute jetzt schon für den Einsatz im Sommer nächsten Jahres bewerben können.

„Wir erwarten von unseren zukünftigen Animateuren, dass sie aufgeschlossen, teamfähig und flexibel sind. Sie sollten außerdem kreativ sein und sich trauen, mit dem Mikrofon in der Hand eine Show zu gestalten“, sagt Kraus. Eine abgeschlossene Ausbildung oder ein erfolgreich beendetes Studium sind von Vorteil. „Außerdem sollten Animateure eine sehr gute Allgemeinbildung haben und Fremdsprachenkenntnisse mitbringen. Das erhöht die Chancen auf den Job“, erklärt DRV-Sprecher Schäfer. „Unsere Bewerber müssen schon mal als Animateur gearbeitet haben, brauchen zusätzlich einen Erste-Hilfe-Schein und den Rettungsschwimmerschein in Bronze“, sagt Janine Wefing von Ruf Jugendreisen in Bielefeld. Über Online-Formulare, die auf den Internetseiten der Unternehmen zu finden sind, können sich junge Leute bewerben. Dabei reiche es nicht, nur Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse mitzuschicken, sagt Tim Wirth.

„Zusätzlich sollte man in ein paar Sätzen den Grund für seinen Berufswunsch darlegen, etwas zur derzeitigen beruflichen Tätigkeit sagen und ein Ganzkörperfoto anhängen.“ Dazu müssten sich die Bewerber entscheiden, in welchem Bereich sie arbeiten wollen. „Es gibt zum Beispiel Kinderanimateure, die sich ausschließlich um die Kleinen kümmern. Kulturanimateure dagegen bringen den Urlaubern auf Ausflügen und Wanderungen Wissenswertes über das Land nahe.“ Weiterhin kann man unter anderem auch als Musik-, Sport-, oder Fitnessanimateur arbeiten.

Hat die Bewerbung das Interesse des zukünftigen Arbeitgebers geweckt, werden die Nachwuchsunterhalter zu einem so genannten Casting eingeladen. „Das besteht meistens aus zwei Teilen“, sagt Tim Wirth. „Im ersten Teil geht es darum, in Einzelgesprächen etwas über sich selbst zu erzählen und bei kleinen Aufgaben die eigene Kreativität unter Beweis zu stellen.“ Im zweiten Teil wird in Gruppen das Zusammenspiel und die Teamfähigkeit der Bewerber getestet.

Wer bei diesem Auswahlverfahren eine gute Figur macht, kann schon bald seinen Arbeitsvertrag für eine Saison oder länger unterschreiben. „Nach einer fünftägigen Schulung, bei der die Neuen alles über Showplanung, Moderationstechnik und Präsentationsgestaltung lernen, geht es dann auch schon los“, sagt Janine Wefing.

„Da unsere Ferienclubs rund um den Globus verteilt sind, können Animateure auf der ganzen Welt für uns arbeiten“, sagt Wefing. Im Endeffekt entscheide das Management des Unternehmens, wo der Einzelne eingesetzt werde. „Wir stellen die Teams so zusammen, dass sie auch menschlich gut harmonieren. Trotzdem kann es jeder selbst ein bisschen beeinflussen, ob er an seinem Wunschziel landet.“ Die Sprache des Landes möglichst gut zu beherrschen und eine frühzeitige Bewerbung können dabei sehr hilfreich sein. Wer im Sommer 2008 als Animateur arbeiten will, kann seine Unterlagen noch bis Mai des kommenden Jahres einsenden. Doch nicht nur in den heißen Monaten werden Animateure gebraucht, weiß Tim Wirth. „Es gibt zum Beispiel auf den Kanarischen Inseln, in Tunesien, Ägypten und der Dominikanischen Republik viele Hotels, die gerade im Winter ihre zweite Hochsaison haben.“ Außerdem bieten Hotels in den europäischen Skigebieten zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für Animateure. Viele Veranstalter nehmen dafür auch jetzt noch Bewerbungen entgegen. Manja Greß/dpa

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