Karriere :  ARBEITSRECHT 

Winterwetter rechtfertigt

kein Zuspätkommen im Job

Schnee und Eis auf den Straßen sind keine Entschuldigung, wenn Beschäftigte zu spät zur Arbeit kommen. „Man kann sich dabei nicht auf höhere Gewalt berufen“, sagt der Arbeitsrechtler Stefan Lunk aus Hamburg. Mitarbeiter trügen das sogenannte Wegerisiko: Sie seien auch bei widrigen Wetterbedingungen selbst dafür verantwortlich, dass sie pünktlich zur Arbeit erscheinen. Der Arbeitgeber dürfe erwarten, dass Mitarbeiter sich auf vorhersehbare Verzögerungen einstellen, sagte Lunk. „Das bedeutet etwa, dass sie früher zur Arbeit fahren müssen, wenn im Wetterbericht Schnee angesagt wird“, erläuterte das Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. Nachzüglern drohe sonst, dass der Chef ihnen die versäumte Arbeitszeit vom Lohn abzieht oder sie zum Ausgleich Überstunden machen müssen. dpa

Kündigungsfristen: Lehrjahre künftig eher anrechenbar

Die gesetzlichen Kündigungsfristen in Deutschland müssen geändert werden – das kommt auch Azubis zugute. Denn Lehrjahre lassen sich künftig eher auf die Beschäftigungsdauer anrechnen. „Bisher ist der Grundsatz, dass Ausbildungszeiten erst ab dem 25. Lebensjahr zählen, wenn sie angerechnet werden“, sagt die Arbeitsrechtlerin Martina Perreng vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Berlin. Wer also etwa mit 24 eine Lehre angefangen hat, bekommt bislang nicht die volle Zeit angerechnet. Diese Regel dürfe nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) nun nicht mehr angewendet werden. Der EuGH hat kürzlich entschieden, dass die gesetzlichen Kündigungsfristen hierzulande überarbeitet werden müssen (Rechtssache C-555/07).dpa

Preisgelder vom Arbeitgeber steuerpflichtig

Arbeitnehmer müssen Preisgelder ihres Arbeitgebers versteuern. Eine geldwerte Auszeichnung für die Arbeit zähle zum steuerpflichtigen Lohn, erklärt die Steuerberaterkammer München. Dazu gehörten zum Beispiel interne Wettbewerbe und Nachwuchspreise. Steuerfrei seien nur Preisgelder für das Lebenswerk oder eine gesellschaftliche Vorbildfunktion. Denn dabei werde nicht die berufliche Leistung, sondern in erster Linie die Persönlichkeit ausgezeichnet. dpa

Kleine Filialen ausländischer Firmen bieten weniger Kündigungsschutz

In Kleinbetrieben ist der Kündigungsschutz eingeschränkt. Dazu gehören auch internationale Unternehmen, die in Deutschland eine Niederlassung mit höchstens zehn Mitarbeitern haben. Das gilt selbst dann, wenn der Betrieb im Ausland Tausende von Mitarbeitern beschäftigt - denn sie zählen nicht mit. Darauf weist der Bund-Verlag in Frankfurt hin und beruft sich auf ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts in Erfurt (Aktenzeichen: 2 AZR 654/08). Demnach fallen solche ausländischen Firmen nicht unter das deutsche Kündigungsschutzgesetz.dpa

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