Karriere : Auf der Suche nach dem goldenen Weg

Kind und Karriere: Noch immer managen Frauen eher Familien als Projekte

Kirstin von Elm

Die Frage ist alt und doch immer wieder aktuell. Haben Frauen die gleichen Chancen wie Männer? Die Antwort ist ernüchternd: Nein. Denn Studien belegen, dass Frauen im Schnitt weniger verdienen, seltener in Führungspositionen aufsteigen und häufiger arbeitslos sind als Männer. Schuld an dieser Misere ist nicht zuletzt der schwierige Spagat zwischen einem anspruchsvollen Beruf und dem Leben mit einem oder mehreren Kindern. Eine Managerin, die vor einem Meeting schnell noch Milch abpumpt, oder eine Elektroingenieurin, die das neue Kraftwerk am heimischen PC durchplant, zählen zu den Ausnahmen.

Es gibt lobenswerte Vorstöße, die darauf abzielen, die Chancengleichheit herzustellen. Das neue Elterngeld und der geplante Ausbau der ganztägigen Kinderbetreuung zählen dazu. Doch selbst wenn die Zahl der Väter, die eine Babypause einlegen, gegenüber 2006 von rund drei auf zehn Prozent gestiegen ist: Es sind vor allem die Mütter, die mit dem Nachwuchs zu Hause bleiben. Papas Zeit am Wickeltisch beschränkt sich zumeist auf zwei Monate.

Eine längere Auszeit ist für jede Karriere gefährlich. Dass die Familiengründung heute oft ausgerechnet in eine Lebensphase fällt, wo auch im Job die Weichen gestellt werden, macht es jungen Eltern nicht leichter. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bekommen die meisten Frauen ihre Kinder heute zwischen 30 und 34 Jahren. Da das parallele Vorantreiben zweier Karrieren oft nicht machbar ist, steckt die Frau zurück und kommt von der Rolle der Familienmanagerin später nur schwer wieder los.

Also den Kinderwunsch aufschieben und sich erst mal dem beruflichen Erfolg widmen? Die Statistiken bestätigen, dass der Trend zur späten Mutterschaft geht. Die Geburtenrate bei den 35- bis 39-jährigen Frauen nimmt seit einigen Jahren deutlich zu. Ein Vorteil: Wer es zur gut bezahlten Managerin gebracht hat, kann sich jetzt eine private Kinderbetreuung plus eine Haushaltshilfe leisten und damit den schnellen beruflichen Wiedereinstieg erkaufen. Andererseits steigen mit zunehmendem Alter die gesundheitlichen Risiken einer Schwangerschaft – und manchmal klappt es überhaupt nicht mehr.

Die Kinder alternativ schon während des Studiums zu bekommen, das wagen hingegen nur sieben Prozent aller Studentinnen. Praktika, Auslandssemester, wechselnde Partner und wenig Geld sind eben keine idealen Voraussetzungen, um sich den Kinderwunsch zu erfüllen. Doch wer die Doppelbelastung packt, kann nach dem Abschluss ungebremst ins Berufsleben starten.

Beitrag aus dem Magazin „Junge Karriere“

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