Karriere : Auf fremde Kosten

Fahrt zu Bewerbungsgespräch muss bezahlt werden

Wenn Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden, muss die Firma die Fahrtkosten übernehmen. Eine Ausnahme von dem Grundsatz gilt nur dann, wenn das Unternehmen schon bei der Einladung eine Kostenübernahme ausdrücklich ausschließt. „Steht davon nichts im Schreiben, kann der Bewerber davon ausgehen, dass die Kosten übernommen werden“, erläutert die Arbeitsrechtlerin Pia Alexa Becker aus München. Zumindest ein Bahnticket zweiter Klasse könnten Bewerber dann beanspruchen, erklärte die Juristin der in Düsseldorf erscheinenden Zeitschrift „Junge Karriere“ (Ausgabe 10/2009).

Die Regel gilt unabhängig davon, ob ein Kandidat sich auf eigene Faust oder auf eine Anzeige hin bewirbt. Auch spiele es keine Rolle, ob er die Stelle am Ende bekommt oder nicht. Die Kosten für Bewerbungsmappen, Kopien und Fotos müssen Bewerber dagegen in der Regel allein tragen.

Besonders Auszubildende bleiben oft auf den Fahrtkosten sitzen. Denn sie finden in der Einladung zum Gespräch meist einen Passus, wonach der Bewerber alles selbst finanzieren muss, erklärt Dirk Neumann vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Berlin. Ebenfalls nicht zahlen muss der Arbeitgeber, wenn der Ausbildungsplatzbewerber von der Arbeitsagentur vermittelt wurde.

Werden die Fahrtkosten übernommen, sprechen Bewerber außerdem vorher besser mit der Firma ab, auf welche Weise sie am günstigsten anreisen. So sind viele Personaler nach Angaben von „Junge Karriere“ wenig begeistert, wenn Bewerber mit dem Auto kommen und dann die dafür vorgesehene Kilometerpauschale von 30 Cent berechnen. Auf diese Weise kämen zum Beispiel auf der Strecke Hamburg-Köln und zurück rund 260 Euro zusammen. Ein Ticket für die Bahn oder einen Billigflieger sei unter Umständen billiger zu haben. dpa

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