Ausbildungsmessen : Wer nicht fragt, steht rum

Ausbildungsmessen können die Tür zum Traumjob öffnen – wenn man gut vorbereitet ist.

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Wer noch keine Lehrstelle hat oder mehr über den Joballtag in einer Firma wissen möchte, für den sind Ausbildungsmessen eine gute Anlaufstelle. Das Angebot ist groß, bietet Hintergrundwissen – und vielleicht den ersehnten Traumjob. Was viele Schüler aber nicht bedenken: Spätestens nach zwei Stunden ist die Aufmerksamkeit weg, das Bistro ruft oder die Freunde drängeln, beim Stand mit den Gratisspielen vorbeizusehen. Und manch einer ist allein durch das riesige Angebot schon völlig überfordert.

Damit der Messebesuch nicht zum Frusttermin wird, rät Bewerbungscoach Christina Panhoff, sich maximal drei Unternehmen, die vor Ort sind, schon im Vorfeld näher anzuschauen. Was machen die Firmen genau? Welche Ausbildungen bieten sie an? Welche Qualifikationen sind gefordert? „Die Bewerber brauchen ein Ziel, sonst fragt man sich schnell: Was will ich eigentlich hier?“, sagt Panhoff. Die Firmen-Webseiten bieten viele Details. Aber auch Freunde, Eltern oder Lehrer können Hinweise geben.

Ist es dann soweit, sollte der Lieblingsbetrieb ganz oben auf der Besuchsliste stehen. Meist sind die Firmenstände völlig überlaufen – dann heißt es abwarten und bei nächster Gelegenheit ein Gespräch mit dem Unternehmensvertreter beginnen. Allerdings hat Bewerbungsberaterin Panhoff auch die Erfahrung gemacht, dass vor allem jüngere Schulabgänger sich scheuen, den ersten Schritt zu machen. „Man darf nicht zu zögerlich sein“, sagt die Expertin. „Die Leute am Stand warten doch darauf, ihr Unternehmen zu präsentieren.“

Bewerber müssen wissen, was die Firmen erwarten

Jetzt punktet, wer gut vorbereitet ist. „Je konkreter die Fragen sind, desto besser die Antworten der Firmenvertreter“, sagt Panhoff. Bewerber sollten sich nicht mit einem Verweis auf die Unternehmensbroschüre abspeisen lassen, sondern lieber eigene Fragen stellen – auch unangenehme. Vor allem, wenn die Abschlussnoten nicht gerade rosig sind, Mathematik nicht zu den Lieblingsfächern gehört oder der spätere Besuch in der Berufsschule Sorgen bereitet: „Bei der Bewerbung muss man wissen, was die Firmen wollen“, sagt Panhoff.

Läuft das Gespräch gut, kann der Bewerber gleich einen Lebenslauf mit einem kurzen Anschreiben hinterlassen. Immer gefragter ist es allerdings, die Unterlagen elektronisch zu versenden. „Das Gespräch am Infostand mit dem Namen des Firmenvertreters ist ein guter Aufhänger für diese E-Mail“, sagt Panhoff.

Bleibt die Kleiderfrage: Anzug, Kostüm oder Jeans und Hoddie? Ordentlich sollte man beim Messebesuch schon aussehen, aber sich auch wohlfühlen, so Panhoffs Tipp. Im Zweifel lautet ihr Motto: „Lieber ein paar gute Fragen, als ein neuer Pulli.“

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