Beruf Gärtner : Der grüne Daumen

Gärtner müssen kreativ sein und technisch begabt. In Berlin gibt es genug Ausbildungsplätze.

Gärtner
Arbeiten an der frischen Luft. -Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Gärtner sprechen von einem „Beruf voller Leben“. Vielseitig und kreativ seien ihre Tätigkeiten, sagt Walter Holbeck, Bildungsreferent des Zentralverbandes Gartenbau in Bonn.

„Bei uns gibt es sieben verschiedene Fachrichtungen“, sagt er und zählt auf: „Baumschule, Friedhofsgärtnerei, Garten- und Landschaftsbau, Zierpflanzenbau, Obstbau, Staudengärtnerei und Gemüsebau.“ Grundsätzlich gibt es eine Menge fachlicher Gemeinsamkeiten. Ein Spezialist für Zierpflanzen aus Norddeutschland hat zwar einen anderen Schwerpunkt als ein Gärtner, der sich etwa am Bodensee mit Obstbau beschäftigt. „Im Mittelpunkt steht aber immer der Umgang mit der Pflanze“, sagt Sven Epkes, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft deutscher Junggärtner (AdJ) im hessischen Grünberg.

Junge Leute, die sich für diesen grünen Beruf interessieren, haben laut Landesverband Gartenbau gerade in Berlin gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz.

Bewerber sollten mehr mitbringen als gute Noten in Bio und anderen Naturwissenschaften. „Spaß am Umgang mit Pflanzen und Interesse an den Lebensvorgängen in der Natur sind immens wichtig“, sagt Holbeck. Auch Freude am Umgang mit Menschen, Kreativität und handwerkliches Geschick sowie Sinn für Farben und Formen und gestalterisches Talent gehören zu den Anforderungen.

Doch die Arbeit mit Pflanzen ist nicht alles: „Ein gewisses Interesse an der Technik müssen unsere Auszubildenden auch haben, Computertechnik hat überall Einzug gehalten“, sagt Reinhard Gerlach, Referent für Berufsbildung bei der Landwirtschaftskammer in Münster. Gerade das sei aber für Jugendliche meist das geringste Problem.

Leistungsbereitschaft und Teamgeist setzen die Ausbildungsbetriebe voraus, ebenso körperliche Fitness – denn der Beruf kann anstrengend sein, und findet oft draußen statt. „Reine Stubenhocker können wir nicht gebrauchen“, sagt Holbeck.

Technisches und kaufmännisches Verständnis brauchen die Auszubildenden – wenn es etwa darum geht, Pflanzen im großen Stil zu produzieren. „Man muss wirtschaftliche Maßstäbe ansetzen, um optimale Wachstumsbedingungen zu schaffen“, sagt Gerlach. Formell braucht es „mindestens einen erfolgreichen Hauptschulabschluss, „höhere schulische Qualifikationen erleichtern den Aufstieg“. Für Haupt- und Realschüler dauert die Ausbildung in aller Regel drei Jahre, Abiturienten können sie verkürzen.

Nach Ver-

bandsangaben verdienen Lehrlinge im ersten Jahr im Schnitt zwischen 430 und 470 Euro monatlich. „Im zweiten Jahr gibt es zwischen 475 und 555, und im dritten zwischen 535 und 635 Euro.“ Die Höhe variiert zwischen den einzelnen Fachrichtungen und Bundesländern.

Auch wenn das nicht viel Geld ist, ist der Gärtner der beliebteste unter den Agrarberufen: Bundesweit lassen sich etwa 18 000 junge Leute ausbilden. „22 Prozent davon sind Frauen“, sagt Holbeck.

Eingebürgert hat sich nach Angaben der Experten ein Praktikum vor der Ausbildung, eine Art Schnupperlehre: „Da kann man in ein paar Tagen sehen, ob man für den Job geeignet ist und die Chemie mit dem Ausbilder stimmt.“

Bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsbetrieb hilft das Internet. Über die Webseite beruf-gaertner.de sind rund 6000 anerkannte Ausbildungsbetriebe zu finden. „Da gibt es eine bunte Vielfalt verschiedenster Betriebe“, sagt Gerlach.

„Zierpflanzenbaubetriebe mit mehreren Hektar unter Glas, Baumschulen, Landschaftsgärtner – überall kann man sich ausbilden lassen.“ Regional allerdings kann es einige Unterschiede geben – so sind etwa die Obstbau-Spezialisten nicht in allen Regionen Deutschlands zu finden. Wer sich vor Ausbildungsbeginn auf eine der sieben Fachrichtungen festlegt, ist allerdings nicht sein ganzes Leben daran gebunden. Nicht nur die Junggärtner, auch die Betriebe unterstützen den Blick über den Tellerrand – sowohl inhaltlich als auch geografisch. dpa

www.beruf-gaertner.de,

www.g-net.de

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