Berufsmesse für Schüler : Suchhilfe

Zur größten Berliner Jobinformationsmesse für Jugendliche werden 30.000 Gäste erwartet. Man kann sich dort über Ausbildung und Studium informieren – und auch coachen lassen.

Andreas Monning
Messe
Nachfragen. Firmen, Hochschulen und Bildungseinrichtungen geben Karrieretipps. -Foto: Einstieg Abi

Auch wenn das neue Schuljahr gerade erst begonnen hat und der Einstieg in die Berufswelt weit weg scheint. Es macht in jedem Fall Sinn, sich möglichst früh darüber klar zu werden, wie es nach der Schule weitergehen soll. Ausbildung? Studium? Zivildienst oder freiwilliges Jahr?

Eine Orientierung in der Vielfalt der Möglichkeiten geben spezielle Karrieremessen für Jugendliche. So gibt es in Berlin etwa die „Startschuss Abi“ im Frühling, die „Chancen in Berlin“ im Sommer und die Tage der Berufsausbildung bei der „YOU“, die in diesem Jahr im Oktober stattfindet. Die größte unter den Messen ist mit rund 340 Ausstellern und erwarteten 30 000 Besuchern die „Einstieg Abi“. Am 18. und 19. September öffnet sie ihre Türen. Schüler der Klassen 11 bis 13 und Lehrer, die berufsberatend tätig sind, können sich in den Hallen der Messe Berlin bei Standbesuchen und Gesprächen Anregungen holen und Kontakte zu Ausbildern, Hochschulen und Bildungseinrichtungen knüpfen.

Vor allem gibt es Informationen zu Studium und Ausbildung. Aber auch für Themen wie Bundeswehr und Zivildienst, Au Pair, Freiwilliges Soziales Jahr und Sprachreisen sind Ansprechpartner vor Ort. „Wir haben das Angebot so breit aufgestellt, dass möglichst jeder seinen Informationsbedarf decken kann“, erklärt Denis Buss, der bei der Messe die Abteilung Studien und Berufsberatung leitet.



DIE VORBEREITUNG

„Es ist in jedem Fall hilfreich, sich im Vorfeld mit den eigenen Neigungen und Interessen auseinander zusetzen“, sagt Buss. „Wer sich schon mit einem bestimmten Ausbildungsberuf oder einer Studienrichtung beschäftigt hat, kann viel gezielter Stände besuchen und Fragen stellen.“ Trotzdem sei es im Prinzip auch kein Problem, spontan zu kommen. Das sieht die Betreuerin der Messebeteiligung der Arbeitsagentur Berlin-Brandenburg, Bettina Schröder, nicht so locker: „Wir empfehlen dringend, sich vorzubereiten. Unserer Erfahrung nach ist man sonst schlichtweg überfordert.“ Je konkreter vorab Fragen formuliert seien, desto besser: Wo kann ich mein Fach studieren? Wie finanziere ich mein Studium? Ist ein Auslandsaufenthalt empfehlenswert?

Und nicht nur Fragen sollte man mitbringen. Jürgen Hesse vom Berliner Büro für Berufsstrategie hat ganz praktische Empfehlungen: Ideal sei, ein paar Visitenkarten und einen Minilebenslauf dabei zu haben: Bei erfolgversprechenden Gesprächen könne man die Kontaktdaten weitergeben. „Hier lohnt es sich, etwas Mühe zu investieren“, rät der Experte: „Man demonstriert, dass man sich vorbereiten und präsentieren kann.“ Für den Lebenslauf reiche das Drittel einer Din-A-4-Seite mit Foto. Visitenkarten sollten auf stärkerem Papier gedruckt sein und für mehr als drei Standbesuche reichen. Was die Kleidung betrifft, rät Hesse zum „authentischen Wohlfühl-Outfit“. Nur wer sich zum Bewerbungsgespräch vor Ort verabredet hat, sollte sich herausputzen.



DIE PLANUNG

Wer nicht Gefahr laufen will, auf der Messe orientierungslos herumzulaufen, kann sich auf der Homepage der „Einstieg Abi“ mit Hilfe des „Messeplaners“ eine individuelle Tour erarbeiten und festlegen, welche zu den eigenen Interessen passenden Veranstaltungen und Aussteller man wann besucht. „Gibt man beispielsweise das Suchwort „Chemie“ ein, werden alle Veranstaltungen und Aussteller angezeigt, die zu diesem Thema etwas zu bieten haben“, erklärt Denis Buss.



DIE TEILNAHME

Messebesucher brauchen keine Voranmeldung, auch Zugangsbeschränkungen gibt es keine. Schüler können den Eintritt von fünf Euro sparen, wenn sie sich bis zum 11. September durch ihren Lehrer anmelden lassen. Wer noch nicht weiß, wo es beruflich hingehen soll, begibt sich an den Stand A1. Hier gibt es ein Magazin zu den Messeangeboten nebst Hallenplan. Außerdem kann man sich von Coaches der Beratungsabteilung im Einzelgespräch Tipps geben lassen. Besucher können eine kostenlose Potenzialanalyse durchführen, die mit Fragen wie „Was kann ich? Was will ich?“ weiterhilft. Anhand der Ergebnisse empfehlen die Coaches Veranstaltungen und das Besuchen bestimmter Aussteller.



DIE AUSSTELLER

Neben internationalen Unternehmen wie Siemens präsentieren sich renommierte Hochschulen wie die University of Applied Sciences Bremen, aber auch eher exotische Ausbildungsstätten wie die VPS Verkehrspilotenschule Berlin und die Blue Mountains Hotel School Australia. Auch die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) und die Arbeitsagentur sind mit einem Stand vertreten. Wer sich über Ausbildungsmöglichkeiten spezieller Unternehmen informieren will, sollte sich vorab schon mal auf der Homepage informieren. Das rät auch Dennis Dennert von der Telekom, die zu den Ausstellern gehört. Bewerben solle man sich dann nach dem Messebesuch online von zu Hause aus.



DIE NACHBEREITUNG

„Hat man auf der Messe ein oder gar mehrere interessante Gespräche geführt, empfiehlt es sich anschließend schnell mit einer Mail nachzufassen“, empfiehlt Jürgen Hesse. Die gewonnenen Kontakte zu halten, sei das A und O. „Man bedankt sich für das nette Gespräch und signalisiert Interesse.“ Tipps zur Nachbereitung hat auch die Messe parat. Man kann sich am Stand A1 entsprechende Unterlagen aushändigen lassen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar