Karriere : Bessere Jobchancen für Jugendliche Leitlinien zur Reform der Berufsbildung vorgestellt

Jeder Jugendliche soll nach dem Willen der Bundesregierung und der Tarifparteien eine qualifizierte Berufsausbildung bekommen. Bis 2010 soll die Zahl der Schulabbrecher zudem auf etwa 40 000 halbiert werden. Zu diesen Zielen legte Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) vergangene Woche in Berlin Leitlinien des Innovationskreises berufliche Bildung (IKBB) vor. Ihm gehören Vertreter der Länder, der Wirtschaft, der Gewerkschaften, der Regierung, der Bundesagentur für Arbeit und der Wissenschaft an. Ziel der Leitlinien ist es, das duale Ausbildungssystem zu stärken und durchlässiger zu machen.

Schavan wertete das Ergebnis der mehr als ein Jahr dauernden Beratungen als „überaus positives Signal“. Die Leitlinien sollen am 24. Juli dem Bundeskabinett vorgelegt werden und Ende Oktober Eingang finden in die nationale Bildungs- und Qualifizierungsinitiative.

Zu den IKBB-Vorschlägen gehören sogenannte Ausbildungsbausteine, die bereits von Herbst an in etwa einem Dutzend regulärer Ausbildungsberufe erprobt werden sollen. Sie sind nach den Worten der DGB-Vizevorsitzenden Ingrid Sehrbrock für Jugendliche gedacht, „die nicht die Olympia-Reife haben“. Mithilfe der Leitlinien soll zudem die Zahl der mehr als 300 Ausbildungsberufe verringert werden. Um welche Größenordnung es dabei geht, wollte Schavan nicht sagen.

IG-Metall-Vorstandsmitglied Regina Görner erteilte Bestrebungen auf Arbeitgeberseite für eine „modularisierte Häppchenausbildung“ eine Absage. Dies ziele allein auf kurzfristige Kostenvorteile, da man schlecht ausgebildete Kräfte auch weniger gut bezahlen könne. Ohnehin sei nur noch ein Teil der Beschäftigten Facharbeiter. „Die Gewerkschaften machen solche Ansätze nicht mit“, sagte Görner. Sie warb für „breit angelegte, fundierte Ausbildungsgänge“, die nicht in „Sackgassen“ oder „Warteschleifen“ münden.

Schavan strebt mit den Leitlinien auch die bessere Verzahnung beruflicher Aus- und Weiterbildung an, etwa durch die stärkere Anerkennung bereits erbrachter Leistungen. Man wolle mehr Jugendliche mit mehr qualifizierter Ausbildung. Deutschland brauche aber auch mehr hoch qualifizierte Kräfte. dpa

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