Bewerbung : Glaubwürdige Dritte

Das Lob einer neutralen Person ist in der Bewerbung Gold wert, sagt Karriereberater Gerhard Winkler.

Karriere-Magazin

Es ist noch keinem gelungen, Karriere zu machen, der darauf verzichtet hätte, seine Leistungsfähigkeit zu kommunizieren. Der Wert und die Glaubwürdigkeit eines Leistungsangebots wollen aber belegt werden. Sammeln Sie deshalb Stimmen, die gut über Sie sprechen, sie sind äußerst wertvoll. Denn für diese Testimonials brauchen Sie Personen. Im Gegensatz dazu sind die Zeugnisse, die man als Bewerber natürlich ebenso vorhält, stets an Unternehmen oder Organisationen gebunden.

Wählen Sie neutrale Fürsprecher. Referenzen sind glaubwürdige Dritte. Das Votum eines Fürsprechers zählt dank seines beruflichen oder sozialen Status, aber auch dank seiner Neutralität. Gut gemeint, aber in der Regel nicht zitierbar, sind Statements von Sports- und Vereinsfreunden, Spezis und Verwandten.

Jeder Verdacht auf Gefälligkeit, zu große Nähe oder persönliches Interesse schädigt den Ruf des Ausstellers. Die seriöse Referenzperson hat Ihnen etwas beigebracht, Sie geführt oder Sie beauftragt. Zumindest wurden Sie bei Ihrem Tun und Handeln über einen ausreichenden Zeitraum hinweg von ihr beobachtet. Auskunft über Ihre Arbeits- oder Lernleistungen geben deshalb am besten Gewährsleute, für die Sie tätig waren, bei denen Sie gelernt oder für deren Organisation Sie sich zumindest engagiert haben. Natürlich ahnen Rekrutierer meistens nicht, wenn hinter dem Geschäftsführer oder Lehrstuhlinhaber ein guter Onkel oder ein Freund der Familie steckt.

In jedem Fall beschreibt und beurteilt der Referenzgeber Ihre Tüchtigkeit, Ihre Lern- oder Arbeitsergebnisse, Ihre persönlichen Qualitäten und Ihr Einzel- oder Gruppenverhalten in nicht allzu pauschalen Wendungen. Unterschätzen Sie nicht die Macht des glaubwürdigen Dritten. Die forsche Selbstaussage: „Ich singe gut“ wirkt peinlich. Dagegen beeindruckt eine Aussage wie „Dieses junge Talent weiß vorzüglich zu intonieren“, wenn sie ein ehrenvolles Jury-Mitglied macht.

Lassen Sie die anderen sprechen. Referenzen nennt man auch die lobenden Beurteilungen beziehungsweise Empfehlungen selbst. Wenn Sie als Bewerber im Anschreiben angeben, dass Sie Referenzen beilegen, dann fügen Sie in Ihre Mappe ein oder mehrere Empfehlungsschreiben ein. Oder Sie nehmen die Aussage einer Referenzperson mit ins Anschreiben und legen damit Ihre Stärken einer Gewährsperson in den Mund. Leiten Sie den letzten Absatz im Anschreiben so ein: „Dirk Lundström, (Telefon), Leiter R&D der Borean Pharma Deutschland GmbH, bestätigt Ihnen gern meine wissenschaftliche Kreativität, meine Team- und Leistungsstärke und meine Einsatzfreude.“

Gibt es mehrere Personen, die es gut und richtig finden, dass Sie beruflich weiterkommen? In einer gesonderten Liste oder am Ende des Lebenslaufs verzeichnen Sie am besten drei oder mehr Referenzen, bei denen man Auskunft einholen kann. Empfehlungsschreiben leben als persönliche Statements von der Ich-Form. Am Ende Ihres Schreibens sollte immer eine Einschätzung oder eine Gesamtwürdigung stehen sowie eine Prognose. Sicher gibt es Referenzschreiben, die eine Briefseite überschreiten. Außerhalb des akademischen Umfelds wirken solch umfangreichere Empfehlungen jedoch nur, wenn sie auch wirklich ein Mehr an Taten und Handlungen verzeichnen. Karriere-Magazin

0 Kommentare

Neuester Kommentar