BEWERBUNG : Was der Chef des Esa-Astronautencorps in Köln rät

Herr Gerhard Thiele, Sie sind der Chef des ESA-Astronautencorps in Köln. Was muss man mitbringen, um sich als Astronaut zu bewerben?

Die wichtigste Voraussetzung ist der richtige berufliche Hintergrund: entweder eine Laufbahn als Wissenschaftler oder Ingenieur oder aber Berufserfahrung als Testpilot.

Vermutlich schicken Sie nicht unbedingt Juristen zur ISS?

Das ist richtig. Germanisten, Historikern oder Juristen stehen bei der Esa andere Möglichkeiten offen als das Astronautenprogramm. Für den Flug ins All benötigen wir Bewerber mit naturwissenschaftlich-technischer Vorbildung.

Welche gesundheitlichen Anforderungen stellen Sie an Bewerber?

Wer Astronaut werden möchte, muss bei guter Gesundheit sein und einen sehr guten allgemeinen Fitnesslevel haben. Wobei ich aber gleich mit einem Vorurteil aufräumen möchte: Wir suchen keineswegs den absoluten Hochleistungssportler.

Erst eine Frau war für die Esa im All.

Im Moment gibt es zwar keine Frau im europäischen Astronautenteam, aber wir würden es sehr begrüßen, wenn mit der neuen Bewerbungsrunde auch wieder Frauen ins Team kämen.

Fliegt jeder der ausgewählten Astronauten auch wirklich ins All?

Diese Zusage können wir natürlich nicht geben. Aber es ist das Ziel der Esa, dass jeder fliegt – bislang ist auch noch jedes Mitglied des Astronautenteams ins All gekommen.

Könnte einer der heutigen Bewerber der erste Europäer auf dem Mond werden?

Es wird wohl ein US-Programm für eine Mondlandung um das Jahr 2020 geben. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sich die Europäer daran beteiligen. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass einer von ihnen der erste Europäer auf dem Mond sein wird.

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