Karriere : Der Tonchef macht die Musik

Sascha Rettig (dpa)
274898_0_6f4315bc.jpg
Der Herr der Regler. Toningenieure sind zugleich Techniker und Künstler. Foto: dpa/gms

Ein Toningenieur sieht bei seiner Arbeit oft kein Sonnenlicht. Dafür ist er Herr über die vielen Tasten und Regler, die es an Mischpulten im Musikstudio oder bei Konzerten gibt. In Deutschland gibt es speziell für angehende Toningenieure nur zwei Bachelor-Studiengänge in Düsseldorf. Daneben gibt es weitere Studienangebote wie „audiovisuelle Medien“ oder „Medientechnik“, in denen die Arbeit am Tonmischpult eine Rolle spielt.

Die Plätze sind meist rar – und die Aufnahmebedingungen streng. In Düsseldorf etwa müssten Bewerber beim Aufnahmeverfahren nicht nur zeigen, dass sie ein Instrument aus dem U- oder E-Musikbereich spielen können, erklärt Werner Roth, Professor für Musikalische Aufnahmeleitung an der Musikhochschule in Düsseldorf. „Sie müssen auch eine Theorie- und Gehörbildungsprüfung ablegen, ihre Studienwahl schriftlich begründen und eine eigene Medienarbeit anfertigen.“ Auf die Prüfungen sollten Bewerber sich daher gut vorbereiten. „Um die musikalische Gehörbildung zu üben, gibt es spezielle Kurse“, sagt Maempel. „Die technische Gehörbildung hingegen muss in Eigenregie erfolgen.“

Um in der Branche Fuß zu fassen, muss man nicht zwangsläufig studieren. „Es gibt auch vor allem im Pop-Bereich viele Autodidakten“, sagt Roth. Außerdem bieten private Schulen wie das Sae-Institute Ausbildungen für Tontüftler an. Mit einem Studium sind diese aber nicht zu vergleichen. Die Kurse dauern nur zwei Semester, und es gibt keine musikalische Ausbildung. Dafür fällt auch eine Aufnahmeprüfung weg: Bewerber müssen lediglich 16 Jahre alt sein, einen mittleren Bildungsabschluss haben und die hohen Gebühren bezahlen. Sascha Rettig (dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben