Karriere : DGB: Zu wenige Kurzarbeiter bilden sich fort

Nur ein Prozent der 1,4 Millionen Kurzarbeiter werden geschult – obwohl die Förderung lukrativ ist

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Eine heiße Kiste. Unternehmen wollen ihre Kurzarbeiter nicht schulen. Foto: dpadpa

Die in der Wirtschaftskrise länger geförderte Kurzarbeit wird von den betroffenen Arbeitnehmern nach Angaben des DGB zu wenig für die Weiterbildung genutzt. Nur etwa 10 000 Kurzarbeiter haben nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im ersten Halbjahr 2009 von der Weiterqualifizierung Gebrauch gemacht, berichtet die „Financial Times Deutschland“.

„Es wird viel zu wenig qualifiziert, obwohl die Förderbedingungen so lukrativ sind wie nie“, sagte Arbeitsmarkt-Abteilungsleiter Wilhelm Adamy vom DGB dem Blatt. In der Weiterbildung müsse jetzt geklotzt werden. Es reiche nicht, wenn weniger als ein Prozent der derzeit etwa 1,4 Millionen Kurzarbeiter fortgebildet würden.

Die unerwartet niedrigen Zahlen zeigen, dass viele Arbeitgeber und Beschäftigte trotz hoher Zuschüsse die Möglichkeit einer Qualifizierungsoffensive verstreichen lassen. Diese Hoffnung hatte die Bundesregierung an die Ausweitung der Kurzarbeit geknüpft. Die Zahlen dürften im nächsten Halbjahr sogar noch sinken, da die Regierung die Erstattung der Sozialversicherung nicht mehr an eine Qualifizierung gebunden hat, schreibt das Blatt. Damit sinkt der Anreiz für Unternehmen, die Belegschaft fortzubilden.

Am Geld liege es nicht. So stelle die Bundesagentur für Arbeit (BA) in diesem Jahr rund 570 Millionen Euro für Qualifizierungen in Kurzarbeit zur Verfügung. Abgeflossen sei erst ein kleiner Teil. Nach Angaben des DGB flossen im ersten Halbjahr 9,5 Millionen Euro aus der Arbeitslosenversicherung für Weiterbildungsmaßnahmen in Kurzarbeit und über den Europäischen Sozialfonds 2,6 Millionen Euro. Für die volle Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge gab die BA 10,1 Millionen aus. dpa

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