Fortbildungen : Wer nicht fragt, bleibt dumm

Nur jeder Zweite besucht Fortbildungen.

Nur eine Minderheit der deutschen Arbeitnehmer nutzt die Möglichkeit regelmäßiger Weiterbildungen. Dies ergab eine repräsentative Umfrage die Forschungsgruppe Wahlen Telefonfeld GmbH im Auftrag zweier Softwarefirmen. Demnach hat nicht einmal jeder zweite Beschäftigte (43 Prozent) in den vergangenen zwölf Monaten eine Fortbildung besucht. Mehr als einem Drittel aller Arbeitnehmer (37 Prozent) wird von den Unternehmen überhaupt keine Weiterbildungsmöglichkeit angeboten, so die Ergebnisse der Befragung. Und immerhin knapp jeder Fünfte Arbeitnehmer (19 Prozent) lehnt das Weiterbildungsangebot seines Arbeitgebers ab.

Die Umfrage belegt zugleich: Je geringer der Ausbildungsstand der Befragten ist, desto weniger Weiterbildungsmaßnahmen werden von Unternehmensseite angeboten. So hatten 79 Prozent der Angestellten mit Hochschulabschluss in den vergangenen zwölf Monaten die Möglichkeit, eine Weiterbildung zu besuchen. Bei den Hauptschülern waren es nur 53 Prozent, bei den Arbeitnehmern mit Mittlerer Reife 63 Prozent und bei den Befragten mit Hochschulreife immerhin 66 Prozent.

Bei den tatsächlichen Teilnehmern an Weiterbildungsmaßnahmen war die Kluft noch größer: So gab nur jeder Dritte Arbeitnehmer mit Hauptschulabschluss (34 Prozent) an, tatsächlich in den vergangenen zwölf Monaten an einer Weiterbildung teilgenommen zu haben. Bei den Personen mit Hochschulreife waren dies immerhin mehr als die Hälfte (55 Prozent). Damit scheint sich die Kluft zwischen gebildeten und ungebildeten Arbeitnehmern im Laufe des Arbeitslebens also sogar noch zu verbreitern, statt sich anzunähern.

Bestätigt werden die neuen Ergebnisse auch durch eine ältere Erhebung, die das Statistische Bundesamt im Jahr 2005 erhoben und im August 2007 veröffentlicht hatte. Laut dieser Analysen investierten nur 69,5 Prozent aller deutschen Unternehmen in die betriebliche Weiterbildung ihrer Mitarbeiter und damit sechs Prozent weniger als noch im Jahr 1999. Die obigen Ergebnisse könnten ein Indiz dafür sein, dass diese Zahl sogar noch einmal zurückgegangen ist.

Die Ergebnisse sind umso erstaunlicher, da immerhin drei Viertel der deutschen Arbeitnehmer (75 Prozent) regelmäßige Weiterbildung als wirksames Mittel gegen den herrschenden Fachkräftemangel ansehen, so die repräsentative Umfrage. Um in den Genuss regelmäßiger Weiterbildungen zu kommen und dadurch auch die eigene Wettbewerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen, gaben sogar knapp drei Viertel (71 Prozent) der Beschäftigten an, sich an den Kosten einer Weiterbildung beteiligen zu wollen.

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