Karriere : Geld für Lehrgänge ab Herbst

Bildungsprämie für Mitarbeiter beschlossen

Mit einer Prämie will der Staat Arbeitnehmer mit schmalem Geldbeutel zu mehr Weiterbildung motivieren: Die Bundesregierung hat diese Woche einen Zuschuss von bis zu 154 Euro im Jahr für Kurse und Seminare beschlossen. Geringverdiener, die höchstens 17 900 Euro jährlich verdienen, können die Bildungsprämie von Oktober an beantragen. Für Ehepaare liegt die Bemessungsgrenze bei 35 800 Euro. Wer sich weiterbilden will, kann künftig auch einen zinsgünstigen Kredit von der Staatsbank KfW bekommen oder seine Vermögenswirksamen Leistungen (VL) dafür einsetzen.

„Für ein erfolgreiches Berufsleben ist die Fortbildung eine entscheidende Voraussetzung“, sagte Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) in Berlin. Bislang gelten deutsche Berufstätige im internationalen Vergleich als „Weiterbildungs-Muffel“. Das Maßnahmenpaket zum lebenslangen Lernen soll in den nächsten Jahren etwa 60 Millionen Euro kosten. Das Geld kommt vom Bund und von der EU. Eine wichtige Neuerung ist die geplante Reform des Vermögensbildungsgesetzes: Arbeitnehmer sollen in Zukunft bereits vor Ablauf der siebenjährigen Ansparfrist Geld für die Weiterbildung ausgeben dürfen, ohne ihre staatlichen Zulagen zu verlieren. Auch soll es eine bundesweite Telefon-Hotline zu Bildungsangeboten geben. Die Regierung reagiert mit dem Konzept auch auf den dramatischen Fachkräftemangel. Durch die Nichtbesetzung von Stellen gehen der Wirtschaft Aufträge in Milliardenhöhe verloren. Durch mehr Weiterbildung sollen vor allem die Berufschancen von Geringqualifizierten erhöht werden.

Die Union lobte das Bildungssparen: „Der Ansatz ist geeignet, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Bildung und Weiterbildung gewinnbringende Investitionen sind“, sagte Unions-Fraktionsvize Katherina Reiche. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund begrüßte das Konzept, plädierten aber dafür, neben der finanziellen Förderung auch die Beratung zu verbessern. Die Grünen warfen der Regierung vor, die Vorschläge seien halbherzig und würden nur wenige zur Weiterbildung ermuntern. Auch die Linke kritisierte, Schavans Bildungsprämie werde verpuffen. dpa

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