Karriere : Gewusst wie

Welche Qualifikationen bei der Bewerbung ein Pluspunkt sind

Henning Zander
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Wer Stellenanzeigen liest, stößt immer wieder darauf: Unternehmen suchen nicht nur Mitarbeiter, die gut in ihrem Fach sind. Gefragt sind zudem Qualifikationen wie EDV-Kenntnisse und Englisch. „Neben der Persönlichkeit und der fachlichen Kompetenz sind solche Fähigkeiten für eine Einstellung entscheidend“, sagt der Karriereexperte und Autor zahlreicher Bewerbungsratgeber, Christian Püttjer. Doch auf welche Fähigkeiten und Kenntnisse kommt es dabei eigentlich an und was wird in welchen Branchen und Berufen inzwischen allgemein vorausgesetzt?

TEXTE VERFASSEN

„Jedem ist klar, dass man gut präsentieren können muss, um im Beruf erfolgreich zu sein“, sagt die Schreibtrainerin Ulrike Scheuermann. Rhetorik wird entsprechend geübt. Dem Verfassen von Texten hingegen werde weniger Aufmerksamkeit entgegengebracht. Dabei kann der Schreibaufwand im Job, abhängig von der Position im Unternehmen, bis zu 50 Prozent der Arbeitszeit betragen, schätzt die Expertin. E-Mails, Blogs, Internetseiten, Fachaufsätze und Zwischenberichte – überall spiele das Texten eine große Rolle. Ihr jüngst erschienenes Buch „Wer schreiben kann, macht Karriere“ will vermitteln, wie man strukturierter, pointierter und interessanter schreibt (siehe Kasten).

In E-Mails etwa werde häufig der Fehler gemacht, wesentliche Inhalte nur in Stichpunkten aufzuführen. „Leser neigen jedoch dazu, solche Punkte nur zu überfliegen. Noch dazu ist oft unklar, was eigentlich gemeint ist“, sagt Scheuermann. Sie empfiehlt, wieder in vollständigen Sätzen zu schreiben. „Dadurch wird auch das Denken geschult“, so die Trainerin, „denn beim Ausformulieren werden die Dinge noch einmal deutlicher.“ Außerdem: Während des Schreibens entstehen neue Ideen, Gedanken werden Schritt für Schritt weiterentwickelt.

BÜROSOFTWARE ANWENDEN

Vom Sekretär bis zur Assistentin der Geschäftsführung: Wer im Büro arbeitet, muss sich mit gängigen EDV-Programmen auskennen, das setzen die meisten Unternehmen inzwischen voraus. In der Regel geht es dabei um Programme von Microsoft. Im Lebenslauf werden sie unter dem Punkt „MS-Office-Kenntnisse“ zusammengefasst: Dazu gehören das Textverarbeitungsprogramm Word, die Tabellenkalkulation Excel, das E-Mail-Programm Outlook und die Präsentationssoftware Powerpoint. In einer Bewerbung sollte man deutlich machen, dass man mit diesen Werkzeugen umgehen kann. „Werden in der Ausschreibung gute Kenntnisse gefordert, bedeutet das, dass man einen Text schreiben, formatieren und ausdrucken kann“, sagt Christian Püttjer. Wer ständig mit dem Softwarepaket arbeitet, sollte dies deutlich machen.

Neben den allgemeinen EDV-Kenntnissen muss in vielen Berufen Spezialsoftware beherrscht werden. So müssen Kaufleute oft mit der Business-Software von SAP umgehen können. CAD-Programme sind für Ingenieure ein Muss.

Wer sich solche Kenntnisse neben dem Beruf aneignen will, kann sich in der Internet-Weiterbildungsdatenbank Berlin einen Überblick über entsprechende Schulungsangebote verschaffen (www.wdb-berlin.de).

SMARTPHONES NUTZEN

In den vergangenen Jahren sind Smartphones wie das iPhone oder der Blackberry immer wichtiger geworden. Die Geräte sind eine Art mobiles Sekretariat, mit dem man allerorts auf das Firmennetzwerk, auf E-Mails oder Adressdatenbanken zurückgreifen kann. Auf Reisen ist es möglich, wichtige Projektunterlagen online zu lesen und zu bearbeiten.

Von Außendienstmitarbeitern wird inzwischen häufig erwartet, dass sie den Umgang mit den Geräten beherrschen. Manager verwenden oft Smartphones und auch Freiberufler organisieren sich immer öfter mit Hilfe der neuen Technik. Wie sie funktioniert muss man sich in Deutschland allerdings noch selber beibringen – oder erklären lassen. In Großbritannien bietet die Firma Blackberry spezielle Kurse dafür an.

ENGLISCH SPRECHEN

Gerade bei Bürojobs gehen Unternehmen heute davon aus, dass Mitarbeiter Englisch sprechen. Und sei es nur, dass sie in Vertretung eines Kollegen den Anruf eines englischsprachigen Kunden entgegen nehmen können. Oft wird schon in der Stellenanzeige deutlich gemacht, welches Niveau die Firma erwartet. „Gute Englischkenntnisse bedeuten, dass man im Ausland radebrechend zurecht kommt. Sehr gute Kenntnisse bedeuten, dass man sich mit einem Muttersprachler fließend unterhalten kann“, erklärt Karriereexperte Püttjer. „Verhandlungssicher beherrscht man die Sprache, wenn man auch Fachvokabeln benutzen kann.“

Ein entsprechendes Zeugnis sollte man der Bewerbung beilegen. „Aber immer nur das aktuellste und wichtigste“, rät Püttjer. Allgemein anerkannt ist etwa der Toefl-Test (Test of English as a Foreign Language), der Sprachverständnis und geschriebenes Englisch prüft. Auf der Internetseite www.ets.org findet man kostenlose Lerneinheiten für die Vorbereitung. Es empfiehlt sich aber dennoch der Besuch eines entsprechenden Kurses.

TALENTE HERAUSSTELLEN

Auch persönliche Fähigkeiten spielen bei der Bewerbung und im Berufsleben eine große Rolle. Unter dem Punkt „besondere Kenntnisse“ können etwa Organisationstalent und Teamfähigkeit im Lebenslauf aufgeführt werden. Als Stichpunkte notiert bleiben sie allerdings wertlos. „Das sind Floskeln, die sich gut anhören, aber nichts aussagen“, meint Christian Püttjer. Nur in der Verknüpfung von Fähigkeiten mit eigenen Erfahrung sind diese Angaben sinnvoll. „Wer sich für ein Organisationstalent hält, sollte ruhig schreiben, dass er für den Messestand bei der Grünen Woche zuständig war.“

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