Handelsfachwirt : Verkaufen für Fortgeschrittene

Eine Fortbildung zum Handelsfachwirt qualifiziert für leitende Positionen

Angelika Röpcke (dpa)

Der Handel ist bei jungen Menschen ein beliebtes Berufsfeld. Viele möchten aber nicht nur hinter dem Ladentisch stehen, um T-Shirts, Wurst oder Laminat zu verkaufen. Etliche Nachwuchskräfte wollen irgendwann mehrere Shopping-Häuser betreuen, Marketingkonzepte für Supermärkte entwickeln oder mit Baumarkt-Großkunden verhandeln.

Wer sich beruflich entwickeln möchte, kann sich zum Handelsfachwirt oder zum Handelsassistenten weiterbilden. Berufsbegleitend oder in Vollzeit – mit der bestandenen Prüfung können sich einige Karrierechancen ergeben und meistens auch die Perspektive auf mehr Geld.

„Handelsfachwirte werden mit Führungsaufgaben oder qualifizierten Spezialistentätigkeiten betraut“, erklärt Jürgen Haag von der Akademie Handel aus Würzburg. Umfragen bei ehemaligen Teilnehmern der Fortbildung hätten ergeben, dass fünf Jahre nach dem Abschluss das Gehalt im Schnitt um etwa 600 Euro höher liegt als zuvor.

Die Mehrheit derjenigen, die diese Fortbildungen machen, habe einen Realschulabschluss, sagt Gordon Schenk vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin. Wer Handelsfachwirt oder -assistent werden will, kann an Berufs- und Fachschulen, Handelsakademien, Volkshochschulen oder zu einer privaten Einrichtung lernen.

Auch das Bildungszentrum des Einzelhandels (BZE) in Springe, Niedersachsen, hat sich auf diese Weiterbildungen spezialisiert. „Handelsassistent ist eine reine Weiterbildung für junge Leute im Einzelhandel, die direkt im Vertrieb sind und Team- oder Filialleiter werden wollen“, erläutert Vizedirektor Norbert Hitter. Bei der täglichen Arbeit haben diese Experten mit Kunden, Ware und dem Personal zu tun. Daneben kümmern sie sich um das Marketing und die Warenpräsentation in ihren Filialen. Wer bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung und ein Jahr Erfahrung im Job hat, legt die Prüfung bei berufsbegleitendem Lernen nach 18 Monaten ab.

Bei der Schulung zum Handelsfachwirt seien die Voraussetzungen dieselben, erklärt Hitter. Zugleich weist er darauf hin, dass auch Handwerker und Handelsfremde die Weiterqualifizierungen machen können. „Die brauchen aber zwei Jahre Berufserfahrung im Handel“ – ein gelernter Tischler müsse also beispielsweise 24 Monate in der Holzabteilung eines Baumarktes gearbeitet haben. Auch für diejenigen, die sich später selbstständig machen möchten, empfiehlt Hitter den Handelsfachwirt. Denn in der Weiterbildung werden auch Themen wie Controlling, Logistik und Unternehmensführung angesprochen.

Angelika Röpcke (dpa)

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