KARRIERE Frage : an Christoph Abeln Fachanwalt für Arbeitsrecht

Darf ein Beamter nebenbei arbeiten?

an Christoph Abeln

Ich bin seit einigen Jahren Lehrer und Landesbeamter. Nun habe ich ein sehr interessantes Angebot von einem Unternehmen in einem anderen Bundesland erhalten. Kann ich mich für diese oder andere Tätigkeiten beurlauben lassen oder muss ich dann kündigen? Und was geschieht dann mit meinen Pensionsansprüchen?

Als Beamter sind Sie dazu verpflichtet, sich mit voller Hingabe Ihrem Beruf zu widmen. Das schließt aber nicht aus, dass Sie neben Ihrem Hauptamt weitere Beschäftigung ausüben. Es gibt da verschiedene Möglichkeiten.

Sie können zum Beispiel eine Nebenbeschäftigung aufnehmen. Diese hat eine privatrechtliche Grundlage und kann innerhalb oder außerhalb des öffentlichen Dienstes erfolgen. Hierbei unterscheidet man zwischen genehmigungspflichtigen und genehmigungsfreien Tätigkeiten. Genehmigungsfrei sind unter anderem schriftstellerische, wissenschaftliche oder künstlerische Tätigkeiten sowie Vortrags- oder Gutachtertätigkeiten eines Beamten. Die Nebentätigkeit darf aber ein Fünftel der regelmäßigen Wochenarbeitszeit nicht überschreiten und nicht zum Zweitberuf werden.

Soweit dienstliche Belange dem nicht entgegenstehen, haben Sie auch die Möglichkeit, eine Teilzeitbeschäftigung zu beantragen. In einem solchen Fall müssen Sie sich jedoch verpflichten, dass Sie nur in dem Umfang außerhalb Ihrer Beamtentätigkeit arbeiten, der nach dem Bundes- und Landesbeamtengesetz auch vollzeitbeschäftigten Beamten gestattet ist.

Urlaub ohne Bezüge allerdings können Sie nur beantragen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Bis zu zwölf Jahren kann sich ein Beamter freistellen lassen, wenn er mindestens ein Kind unter 18 Jahren oder einen Angehörigen betreut oder pflegt. Urlaub zu beantragen, weil man eine andere Beschäftigungen ausüben will, hat in der Regel aber keine Chance auf Bewilligung. Denn: Der Gesetzgeber ist an einem Nebeneinander von Dienstverhältnis und Arbeitsverhältnis nicht interessiert. Eine neue Vollzeittätigkeit oder eine sonstige Tätigkeit können Sie also nur annehmen, wenn Sie Ihre Entlassung beantragen. Dieser Schritt sollte allerdings gut überlegt sein, denn er hat auch Folgen für Ihre Pensionsansprüche.

Fünf Jahre Vollzeit müssen Sie als Beamter tätig sein, um Anspruch auf Beamtenversorgung zu haben. Die Höhe der Pension richtet sich nach der Dauer der Dienstzeit. Wenn Sie voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren nicht erneut in ein Beamtenverhältnis ernannt werden, werden Sie nach der Entlassung in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Entschieden wird das aber je nach Einzelfall. Foto: Promo

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