KARRIERE Frage : an Jürgen Hesse Büro für Berufsstrategie

Wie wehre ich mich gegen Lügen?

an Jürgen Hesse

Leider schon des Öfteren musste ich erleben, dass mein Kollege Fehler, die er verursachte, vor Vorgesetzten und Kollegen mir in die Schuhe schob. Wie kann ich souverän darauf reagieren?

An jedem Arbeitsplatz kommt es zu Unstimmigkeiten, Reibereien, ja bisweilen geschieht sogar grobes Unrecht. Das ist normal und gehört zum (Berufs-)Leben. Für Sie ist es wichtig, sich in der Kommunikation flexibel zu zeigen, jedoch auch Ihren Standpunkt zu kennen und zu vertreten. Nur so erhalten Sie die Anerkennung und den Respekt , den Sie zu einem positiven Arbeitsleben benötigen. Nur wer sich ernst genommen und geachtet fühlt, kann optimale Leistungen bringen, erhält positive Rückmeldung für sein Selbstbewusstsein und fühlt sich gut in seinem Job.

Flexibilität im Verhalten heißt, zu wissen, wann es sich lohnt, Dinge klar zu vertreten und wann es wichtig ist, sich anzupassen. Zu Ihren „Grundrechten“ im Berufsleben gehört, nicht ignoriert und von niemandem ausgenutzt zu werden, auch mal „Fehler“ zu machen, für das respektiert zu werden, was Sie sind und was Sie glauben. Es ist Ihr Recht, Wünsche zu äußern, eigene Entscheidungen zu treffen und gerecht beurteilt zu werden.

Wenn Sie möchten, dass andere Sie respektieren, dass Ihre Arbeit geschätzt und entsprechend gewürdigt wird, müssen Sie handeln und Konflikte aktiv angehen. Lassen Sie erkennen, dass Sie sich selbst Ernst nehmen – und dasselbe auch von anderen erwarten.

Um zu entscheiden, ob Ihnen eine Klärung wichtig ist, sollten Sie sich selbst und Ihre Bedürfnisse gut kennen. Manchen Menschen fällt es schwerer als anderen, ihren Standpunkt zu vertreten. Das liegt nicht daran, dass sie keine Meinung haben, sondern oft an geringem Selbstvertrauen leiden. Machen Sie sich deshalb klar, was Sie „wert“ sind, was Sie können und wollen, damit Sie eine gesunde Selbsteinschätzung entwickeln.

Überlegen Sie, bevor Sie eine Auseinandersetzung beginnen, was für Ihren Standpunkt spricht und was dagegen. Schreiben Sie zur Unterstützung Ihrer Argumentation Ihre Gedanken auf. Schließen Sie in Ihre Überlegungen auch „politische“ Gründe ein: „Schadet es meiner beruflichen Stellung, wenn ich in diesem Fall auch auf mein Recht poche? Und ist die Sache den Aufwand überhaupt wert?“

„Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt“, heißt es in einer Songzeile der Band Ton Steine Scherben. Dieser Satz kann zwar nicht immer die Maxime sein, ist aber doch bedenkenswert. Foto: Promo

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