KARRIERE Frage : an Jürgen Hesse Büro für Berufsstrategie

Wie erhalte ich meinen Job?

an Jürgen Hesse

Ich bin Marketingmitarbeiter in einem Pharmaunternehmen. In unserer Firma sind im Zuge der Wirtschaftskrise Arbeitsplätze abgebaut worden. Jetzt droht eine zweite Kündigungswelle. Was kann ich tun, um nicht entlassen zu werden?

Angst, so verständlich sie auch sein mag, ist ein schlechter Ratgeber! „Angst essen Seele auf“, heißt ein bekannter Film des deutschen Regisseurs Rainer Werner Fassbinder, der auch für Ihre Situation sinnbildlich ist. Entscheidend ist, dass Sie erkennen: Hier ist etwas zu tun, hier sollte ich handeln. Verhalten Sie sich nicht wie das Kaninchen, das wie hypnotisiert in die Augen der Schlage starrt, statt sich durch einen mutigen Sprung zu retten.

Ziehen Sie sich also nicht zurück, vermeiden Sie nicht jedes Risiko. Besser, Sie suchen das Gespräch, die konstruktive Auseinandersetzung mit Ihrem Vorgesetzten, mit Kollegen, mit Aufgaben, die eine Herausforderung darstellen. Machen Sie einen Plan, was Sie in dieser Woche, in diesem Monat, in diesem Vierteljahr alles bewegen wollen. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Umgebung weiß, woran Sie arbeiten und was Ihre Erfolge sind. Mit Initiative und Engagement wird es Ihnen am ehesten gelingen, sich Ihren Arbeitsplatz zu sichern – und sich gleichzeitig beruflich weiterzuentwickeln.

Kümmern Sie sich um Ihr Image bei Vorgesetzten und Kollegen. Verdeutlichen Sie sich selbst, was Ihre Kernkompetenzen und Ihre Unique Selling Proposition, also ihr Alleinstellungsmerkmal ist. Was ist das Besondere an Ihnen auf der Wissens-, Leistungs- und der persönlichen Ebene? Wesentliche Weichensteller sind Kompetenz, Leistungsmotivation und Persönlichkeit. Außerdem unabdingbar für Ihre Karrierechancen ist Ihre Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit. Vitamin B nennen es die einen, Networking die anderen. Längst ist es fester Bestandteil des beruflichen Fortkommens. Wer mehr davon hat, kommt in der Regel auch schneller weiter.

Logisch! Denn, wenn Menschen Sie mögen, Ihnen vertrauen, dann trauen Sie Ihnen auch im positiven Sinne etwas zu. Zutrauen ist grundsätzlich sehr wichtig! Was trauen Sie sich denn selbst zu? Wie stark ist Ihr Glaube daran, dass Sie etwas, was Sie bewirken wollen, auch bewirken können. Der Glaube an sich und seine Fähigkeiten ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, vielleicht sogar die Ausgangsbasis für Erfolg. Glauben Sie an sich, dann tun es auch andere.

Setzen Sie sich aktiv mit der Lage auseinander, statt mehr oder weniger passiv darauf zu warten, was die Zukunft bringt. Das wird Ihnen auch dann ganz sicher weiterhelfen, falls Sie Ihre Firma doch noch verlassen müssen. Foto: Promo

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