Karrierefrage : Darf ich neben der Rente arbeiten?

Ich bin 61 und beziehe seit 2008 nach Altersteilzeit die gesetzliche Rente, eine berufsständische Zusatzversorgung sowie eine Betriebsrente des Arbeitgebers. Nun interessiert mich: Wie viel kann ich dazuverdienen? Und muss mein ehemaliger Arbeitgeber das genehmigen? Fachanwalt für Arbeitsrecht Christoph Abeln antwortet.

Christoph Abeln

Um finanzielle Nachteile zu vermeiden, sollten Rentner, die über ein Zusatzeinkommen verfügen, Einiges beachten. Bevor Sie die Regelaltersgrenze von derzeit 65 Jahren erreichen, haben Sie nur einen Anspruch auf Rente, wenn die im SGB VI bestimmten Hinzuverdienstgrenze nicht überschritten wird. Diese Grenze beträgt bei einer Altersrente, die als Vollrente gezahlt wird, 400 Euro. Dieser Betrag darf zweimal im Jahr überschritten werden, bis zu 800 Euro. Wer aber das 65. Lebensjahr erreicht hat, kann unbegrenzt dazuverdienen. Das Zusatzeinkommen wirkt sich dann nicht auf die Rentenbezüge aus. Der Verdienst muss auch nicht der Rentenversicherung gemeldet werden.

Betriebsrenten wiederum sind freiwillige Leistungen der Arbeitgeber und werden nur gezahlt, wenn eine entsprechende Zusage vorliegt. Man unterscheidet zwischen der arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung und der von Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanzierten betrieblichen Altersvorsorge.

Seit dem 1. Januar 2002 können Arbeitnehmer von ihrem Arbeitgeber eine betriebliche Altersversorgung verlangen, wenn sie dafür auf Entgelt verzichten. Dies gilt auch für Arbeitnehmer in Teilzeitarbeit und selbst für geringfügig Beschäftigte, sofern sie in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind. Die Regelungen hierzu stehen im Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG). Auch hier gelten aber für Rentner, die noch nicht 65 Jahre alt sind, die Hinzuverdienstgrenzen des SGB VI. Das BetrAVG sieht vor, dass der Arbeitgeber über die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit informiert wird. Mithin ist der Rentner sogar gesetzlich verpflichtet, dies beim einstigen Arbeitgeber anzuzeigen.

Dagegen ist die ausschließlich arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente ein privatrechtlicher Anspruch des Einzelnen. Art und Umfang der Leistungen ergeben sich aus der individuellen Zusage. Doch auch in diesem Fall sind Einschränkungen des Hinzuverdienstes oder eine Anzeigepflicht zulässig. Ohne solche Regelungen führt ein Hinzuverdienst grundsätzlich nicht zu einer geringeren Betriebsrente.

Rentner, die vor ihrem 65. Lebensjahr neben der Rente ein Einkommen von mehr als 400 Euro erzielen, sollten dies also nicht nur der gesetzlichen Rentenversicherung, sondern bei bestehenden Betriebsrenten vorsorglich auch dem alten Arbeitgeber mitteilen. Foto: Promo

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