Karrierefrage : Kann man neben ALG I arbeiten?

Eine Karrierefrage an Klaus Pohl, Bundesagentur für Arbeit.

an Klaus Pohl

Ich bin seit Jahren als Angestellter tätig und arbeite seit ein paar Monaten zirka zehn Stunden in der Woche nebenbei noch freiberuflich als IT-Berater. Nun verliere ich demnächst meine Arbeitsstelle. Kann ich auch während ich Arbeitslosengeld beziehe meine freiberufliche Tätigkeit weiterführen?





Arbeitslose, die Arbeitslosengeld I beziehen, dürfen durchaus nebenher eine Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit ausüben und damit ein Nebeneinkommen erzielen. Die Nebentätigkeit darf den Arbeitslosen allerdings nicht in der Aufnahme einer zumutbaren Beschäftigung beeinträchtigen und darüber hinaus nur einen Umfang von weniger als 15 Stunden wöchentlich umfassen. Erreicht oder überschreitet die Beschäftigung diesen zeitlichen Umfang, gilt er nicht mehr als beschäftigungslos und hat keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I mehr.

Bei weniger als 15 Wochenstunden entscheidet die Arbeitsagentur, ob und in welchem Umfang das Nebeneinkommen auf das Arbeitslosengeld I anzurechnen ist. Dies geschieht in folgenden Schritten: Zunächst wird das monatliche Nettoeinkommen durch Abzug der Steuern, Sozialversicherungsbeiträge und der Werbungskosten (zum Beispiel Fahrkosten oder Arbeitsbekleidung) ermittelt. Letzteres kann angerechnet werden, wenn entsprechende Kosten geltend gemacht und (etwa durch Quittungen) nachgewiesen werden.

Für selbstständige Tätigkeiten gilt, dass pauschal 30 Prozent der Betriebseinnahmen als Betriebsausgaben angesetzt werden, es sei denn, der Arbeitslose weist höhere Ausgaben nach. Von dem monatlichen Nettoeinkommen der Nebentätigkeit bleibt dann ein Betrag von 165 Euro im Monat anrechnungsfrei. Das darüber hinausgehende Nettoeinkommen wird auf das monatliche Arbeitslosengeld I für den Kalendermonat, in dem die Beschäftigung ausgeübt wurde oder wird, angerechnet, also abgezogen.

Es gibt allerdings eine Ausnahme. Hat der Arbeitslose bereits in den letzten 18 Monaten vor der Entstehung des Anspruches auf Arbeitslosengeld I neben einem Versicherungspflichtverhältnis mindestens zwölf Monate lang eine geringfügige Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit ausgeübt, so bleibt das Nebeneinkommen bis zu dem Betrag anrechnungsfrei, das in den letzten zwölf Monaten vor der Entstehung des Anspruches auf Arbeitslosengeld aus der Tätigkeit durchschnittlich monatlich erzielt wurde, mindestens jedoch ein Betrag in Höhe des Freibetrages von monatlich 165 Euro. Wichtig dabei ist, dass jede Nebentätigkeit der Arbeitsagentur unverzüglich und ohne Aufforderung vorab gemeldet wird. Foto: Promo

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