Karrierefrage : Was hilft gegen Langeweile?

25.10.2009 00:00 UhrVon an Jürgen Hesse

Eine Karrierefrage an Jürgen Hesse, Büro für Berufsstrategie.

Ich arbeite seit sieben Jahren als Software- Entwickler in einem IT-Unternehmen. Seit Jahren mache ich die gleiche Arbeit. Doch inzwischen füllt mich das nicht mehr aus. Wir sind ein Haus mit sehr flachen Hierarchien. Eine Beförderung wäre also nicht möglich. Deshalb weiß ich nicht, was ich ändern könnte. Was würden Sie mir raten?





Im (Arbeits-) Leben geht es nicht immer nur spannend zu. Vieles wird zur Routine. Das kann als angenehm und entlastend empfunden werden. Leider verliert aber oft auch das, was man einst als attraktiv empfundenen hat, den Herausforderungscharakter.

Doch das, was Sie hauptberuflich tun, sollte nicht in nervtötende Langeweile umschlagen, denn auch die wird auf Dauer als extrem belastend empfunden. Ebenso wie es durch ständige Überlastung zu einem Burnout, zu einem Totalzusammenbruch des Systems Mensch-Mitarbeiter kommen kann, gibt es das so genannte Boreout, das durch Monotonie und Sinnlosigkeitsgefühl verursacht wird. Die Symptome sind ähnlich. Es kann zu Verstimmungen, Selbstzweifeln und Depressionen kommen, zu Konzentrationsproblemen, innerer Leere, Schlafstörungen oder auch körperlichen Schmerzen und somatischen Erkrankungen.

Doch was tun? Die rechtzeitige Erkenntnis und das Wissen um die Hintergründe, sind schon ein erster richtiger Schritt, auch wenn ein Job- oder wenigstens Arbeitsbereichwechsel gerade in schwierigen Zeiten wie diesen nicht ganz leicht zu realisieren ist. Personalexperten bauen in solchen Fällen zum Beispiel auf Jobenlargement, also Aufgabenerweiterung, auf Jobrotation sowie auf Aus- und Weiterbildung.

Mit wem und wie kann man über das Thema offen sprechen? Zwar sollten Sie Vorsicht im engeren beruflichen Umfeld wahren, was allzu leichtfertige, naive Offenbarungen anbetrifft. Wichtig ist aber, dass Sie gezielt das Gespräch suchen, zunächst den Austausch mit Kollegen, dann mit Kunden und zuletzt mit den Vorgesetzten. Sprechen Sie über Ihre Suche nach neuer, innerbetrieblicher Herausforderung, nach mehr Abwechslung, auch Spaß und hoffentlich wieder stärkerer Identifikation.

Begreifen Sie diesen Prozess als offensives Dienstleistungs-Marketing. Beobachten Sie im Vorfeld, welche Abläufe in „Ihrer“  Firma effizienter gestaltet werden könnten. Daraus lassen sich gezielte Vorschläge für Ihren Arbeitgeber entwickeln, aus denen ein neues, eigenes oder auch gemeinsames Projekt mit Kollegen entstehen könnte. Denken Sie unternehmerisch. Finden Sie heraus, was Ihr Beitrag sein kann – bestimmt sind noch nicht alle Probleme gelöst.Foto: Promo

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