Karriere : Karrierehelfer: Studium neben dem Beruf

Nach fast acht Stunden Arbeit in der Finanzbuchhaltung eines Großunternehmens in Düsseldorf beginnt für den 25 Jahre alten Sven Thormann die „zweite Schicht“ des Tages: Zwei Stunden drückt er nach einer kurzen Pause abends die Schulbank. In einer privaten Fachhochschule macht er berufsbegleitend den Bachelor of Arts in Steuerrecht. Das bedeutet dreimal in der Woche und jeden zweiten Samstag Unterricht, dazu kommen Hausaufgaben. Firmen honorieren diesen Lerneifer teils mit einem Zuschuss zu den Studiengebühren oder übernehmen sie sogar ganz. „Das muss jeweils ausgehandelt werden“, sagt Personalreferent Gerd Obermann, der Thormanns Kursgebühren überweist.

Zahlreiche deutsche Hochschulen bieten ein berufsbegleitendes Studium an, das mit einem staatlich anerkannten Examen endet. „Den besten Überblick bietet der ständig aktualisierte Hochschulkompass“, sagt Susanne Schilden von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Bonn. Die Auswahl ist groß. Am stärksten vertreten sind die 170 Fachhochschulen, von denen 70 in privater oder kirchlicher Regie betrieben werden.

Berufsbegleitendes Studium ist nach Angaben von Experten auf zwei Schienen möglich. Berufsintegrierende Studiengänge (BI) verlangen den Abschluss der beruflichen Ausbildung: Während des Studiums soll der Job in Teilzeitarbeit weiterlaufen. Bei Berufsbegleitenden Studiengängen absolviert der angehende Akademiker sein Pensum in der Freizeit durch Selbststudium und Begleitseminare. Der Leiter der staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) in Köln, Michael Vennemann, macht darauf aufmerksam, dass „ohne ein entsprechendes Zulassungssiegel keine Fernkurse gegen Entgelt angeboten werden dürfen“. Weitere Anbieter sind die staatlichen und staatlich zugelassenen Hochschulen. Zugangsvoraussetzung für den Bachelor of Arts sind Abitur oder Fachhochschulreife. dpa

Hochschulkompass: www.hrk.de, Zentralstelle Fernunterricht: www.zfu.de

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