Kommissar : Langer Weg

Zum Tatort Kommissar wird man nur mit FH-Abschluss.

Wenn „Tatort“-Kommissare ermitteln, gucken ihnen Millionen von Fernsehzuschauern dabei zu. Ganz so fesselnd ist die Arbeit von Holger Odendahl zwar nicht. Der 34-jährige Kommissaranwärter im schleswig-holsteinischen Altenholz hat bei der Kripo aber dennoch keinen langweiligen Beamtenjob: „Es ist ein Beruf, der jeden Tag Neues bringt und immer spannend bleibt.“ Entsprechend gefragt ist er auch. Bewerber müssen deshalb strenge Auswahlverfahren bestehen.

„Viele denken da gleich an Fernsehkrimis – die Realität sieht natürlich etwas anders aus“, sagt Roland Mattern vom Bereitschaftspolizeipräsidium Baden-Württemberg in Göppingen. Kriminalkommissare müssten auch oft am Schreibtisch arbeiten. Wer ein neuer Schimanski werden will, sollte besser zum Film als zur Polizei gehen. Denn zum einen sind in der Polizeiarbeit keine Einzelgänger, sondern Teamplayer gefragt. „Man macht natürlich auch nicht ständig spannende Undercover-Ermittlungen oder verhört Täter“, sagt Michael Stammen, Leiter des Einstellungsbüros der Berliner Polizei.

Polizei ist Ländersache – daher sei die Ausbildung unterschiedlich geregelt, erklärt Hartmut Brenneisen von der Polizeifachhochschule Schleswig-Holstein. Bewerber müssten sich also gut überlegen, wo sie ihre Unterlagen einreichen.

Das Studium an einer der Polizeihochschulen dauert in der Regel drei Jahre, vielerorts gibt es als Abschluss inzwischen einen Bachelor. Im Studium lernen Polizeianwärter vor allem Paragrafen und wie man sie durchsetzt – auch Psychologie ist dabei ein Thema.

Bewerber müssen strenge Anforderungen erfüllen. Die Fachhochschulreife ist Voraussetzung. Die Altersgrenze liegt meist bei 31 oder 32 Jahren. Zudem dürfen die Kandidatennicht zu klein oder zu übergewichtig sein: In Nordrhein-Westfalen etwa müssen männliche Polizeianwärter mindestens 1,65 Meter und ihre weiblichen Kollegen 1,60 Meter groß sein. Bewerber müssen außerdem eine Aufnahmeprüfung bestehen, die einen Intelligenztest und eine schriftliche Prüfung umfasst. Auch die Fitness wird geprüft.

Während der Ausbildung verdienen Kommissaranwärter zwischen 800 und rund 1000 Euro im Monat. Danach werden sie nach den Besoldungsstufen für den Öffentlichen Dienst A9 bis A13 bezahlt. Nach Angaben der Polizei in Nordrhein-Westfalen kann ein lediger Polizeikommissar beim Berufsstart mit knapp 2200 Euro brutto rechnen. dpa

www.polizei-nrw.de/polizeiberuf/Bewerbung/selbsttest

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