Karriere : Kreativität für die Karriere

Im Arbeitsleben wird Kreativität immer wichtiger. „Innovationen und kreative Lösungen sind in vielen Unternehmen gefragt“, sagte Angela Carell vom Institut für Arbeitswissenschaft der Universität Bochum. Arbeitgeber erwarteten von ihren Nachwuchskräften, dass sie entsprechende Kompetenzen mitbringen. Kreativität sei entgegen einer verbreiteten Meinung aber keine angeborene Eigenschaft. Im Gegenteil, Kreativität ist nach Überzeugung der Wissenschaftlerin eine Kompetenz, an der man arbeiten kann.

   „Dabei geht es natürlich nicht um künstlerische Kreativität, sondern um kreative Problemlösungskompetenz“, sagte Carell. Und die sei bei Absolventen aller Studiengänge gefragt – von Architektur über Pädagogik bis zur Informatik. „Neben der Fachkompetenz zählt eben auch die Fähigkeit, querdenken zu können, nicht im Mainstream.“ Die besten Lösungen seien häufig nicht die naheliegenden. „Auch von Informatikern wird erwartet, nicht die 0815-Variante zu entwickeln.“    Genau an diesem Punkt sei Kreativität gefragt – und manchmal ein Perspektivenwechsel. Ein Informatiker für Datenschutz könne davon profitieren, sich in die Rolle eines Hackers zu versetzen: „Wenn er zunächst versucht, an die Daten heranzukommen, versteht er besser, wie sie sich schützen lassen.“

   Zwar gebe es in vielen Unternehmen inzwischen Konzepte für das Ideenmanagement. Aber es werde noch zu wenig für einer Kultur getan, in der die Mitarbeiter überhaupt erst kreative Ideen entwickeln. Das gelte auch für die Hochschulen. Aus diesem Grund haben die Universitäten Bochum und Dortmund jetzt das Projekt „DaVinci“ gestartet. Es soll dazu beitragen, eine kreativitätsfördernde Lehr- und Lernkultur zu entwickeln. Das Projekt wird vom Bundesbildungsminsterium mit 500 000 Euro gefördert. dpa

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