LEHRSTELLENBÖRSE : Hörkontrolleur

Sabine Hoelper

HEUTE GESUCHT:

In wenigen Monaten beginnt das neue Ausbildungsjahr und viele Jugendliche suchen eine Lehrstelle. Mit dem Online-Portal meinestadt.de hat der Tagesspiegel deshalb die Aktion „Lehrstellenbörse – Perspektive Jugend“ gestartet: Zweimal wöchentlich porträtieren wir Firmen, die Ausbildungsplätze vergeben.

Wer sich durch das laute Wummern in der Disko ein Piepsen im Ohr einfängt, landet in der Klinik für Audiologie und Phonotrie der Berliner Charité. Eltern kommen mit ihren Säuglingen, um deren Hörfähigkeit testen zu lassen. Menschen mit Hörfehlern lassen hier überprüfen, welche hohen und tiefen Töne sie noch wahrnehmen, bevor sie ein Hörgerät erhalten. Getestet wird das von einem HNO-Audiologie-Assistenten. Zum 1. September wird in der Berliner Klinik ein Ausbildungsplatz für diesen Beruf frei.

Vom ersten Tag an führt der Azubi Hörprüfungen durch, erklärt der Direktor, Manfred Gross. Ferner testet er in der Einrichtung, in der Hör-, Sprach-, Stimm- und Schluckstörungen behandelt werden, ob die Patienten richtig schmecken und riechen, ob der Gesichtsnerv einwandfrei funktioniert und der Luftdurchfluss durch die Nase gewährleistet ist. Für solche Tests ist viel Einfühlungsvermögen gefragt, insbesondere wenn nahezu taube Patienten untersucht werden. Schließlich verstehen sie die Fragen des Audiologen nur zum Teil – und können sich selbst kaum dazu äußern, wie sie gewisse Töne wahrnehmen.

Der angehende Audiometrist (so wird der Beruf auch bezeichnet) greift bei seinen Tests allerdings nicht nur auf die Aussagen der Patienten zurück, er arbeitet auch mit technischen Geräten wie dem so genannten Audiometer. In diesem Apparat laufen die Daten verschiedener Tests zusammen, die der Azubi anschließend auswertet und dokumentiert. Außerdem muss er die Ergebnisse auf Plausibilität hin überprüfen und mögliche Abweichungen erklären. Dabei ist Genauigkeit wichtig, denn die Ärzte, die diese Daten zur weiteren Behandlung erhalten, sind auf exakte Werte angewiesen.

Bewerber sollten mindestens den Realschulabschluss vorweisen und volljährig sein. Neben Einfühlungsvermögen und Kommunikationsstärke erwartet Gross auch technisches Verständnis. Ein gutes Gehör ist außerdem Voraussetzung, unter anderem deshalb, weil der angehende HNO-Audiologie die Geräte eicht und die Funktionen prüft.

Die Ausbildung dauert zwei Jahre und wird mit 600 Euro im ersten und 650 Euro im zweiten Jahr vergütet. Eine anschließende Übernahme ist möglich. Falls es nicht klappt, können Audiometristen auch in Hals-Nasen-Ohren-Kliniken oder Gesundheitszentren arbeiten. Bewerbungsschluss ist der 15. Juni. Informationen gibt es bei Andriana Bugarin (Email: andriana.bugarin@charite.de) oder im Internet: www.charite.de/audiologie-phoniatrie.Sabine Hoelper

Die Lehrstellenbörse im Internet: www.tagesspiegel.de/lehrstellenboerse, www.meinestadt.de

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